Manuelles Belichten und Entschleunigung?

Lesezeit: ca.3 Minuten

Mit den meisten Kameras kann man recht einfach manuell Belichten

Gerade habe ich durch Zufall auf einer Seite mit Workshopangeboten gelesen, dass manuelles Belichten den Fotografen „einbremst“.
Das wurde in dem Zusammenhang  der Website  durchaus positiv als erstrebenswerte “Entschleunigung” verstanden.

Das Ganze war dann noch etwas etwas “esoterisch” verbrämt a la „manuelles Belichten lässt Dich Deinen eigenen Rhythmus spüren, lässt Dich Deinen eigenen Schwingungen folgen … “.  ;-)

Mal im Ernst, was soll denn so ein Blödsinn?
Ich weiß wirklich nicht, warum immer wieder behauptet wird, dass manuelles Belichten umständlicher und/oder langsamer wäre als die Verwendung der Automatik. Auch Menschen, die es als Workshopleiter ja eigentlich besser wissen sollten (das hoffe ich zumindest für die Teilnehmer), verbreiten diesen Unsinn.
Meistens ist es aber doch genau anders herum.

Schauen wir und das mal an:

Der Ablauf

Ich gehe davon aus, dass Fotografierende (um das geschlechtsneutral zu halten. ;-) ) zu Werke gehen, die Ihre Bilder bewusst gestalten und dazu u.a. auch Schärfentiefe und die Bewegungs(un)schärfe verwenden.
Also wird entweder eine Blendenöffnung (Schärfentiefe) oder eine Belichtungszeit (Bewegung) vorgewählt.
In der Automatik sucht nun die Kamera mit dem Belichtungsmesser den passenden Gegenwert für eine richtige Belichtung (evtl. wird dann auch noch der ISO-Wert per Automatik angepasst.)

Manuell muss ich den Gegenwert selber suchen (und evtl. den ISO-Wert anpassen) das ist also ein Geschwindigkeitspunkt für die Automatik. [Und ein Entschleunigungspunkt fürs manuelle Einstellen. ;-) ]

Zweites Foto belichten

Aber wenn ich in der gleichen Beleuchtungssituation (z.B. sommerlicher Sonnenschein) ein weiteres Foto mit geändertem Ausschnitt fotografieren will, ändert sich der Bildinhalt und mit ziemlicher Sicherheit verändert sich das Verhältniss heller und dunklere Bereich im Bild.

Es kommt dann eine Schneefläche ins Bild oder ein dunkler Waldsaum, die weißen Wolken nehmen einen größerer Bereich ein oder die dunkle Holzhütte wandert ins Bild, es verändert sich die Gewichtung, die Flächenanteile der einzelnen Helligkeiten.

Illustration zu:Fehlbelichtung dank Automatik

Fehlbelichtung dank Automatik. Durch den Schwenk nach rechts kommt die große Fläche der dunklen Hütte ins Bild. Die Flächenverteilung der Helligkeiten verschiebt sich nach dunkel, die Automatik reagiert und macht das Bild zu hell. Dadurch geht die weiße Wolke rettungslos ins reine Weiß, ohhe jeder Zeichnung, ohne Räumlichkeit und Körper. Der sichere Tod eines solchen Landschaftsfotos. Manuell hätte man dagegen einfach unverändert belichten können,die weiße Wolke und alle anderen Motivdetails haben ihre Helligkeit ja nicht verändert. Und werden das auch während der gesamten Almwanderung an diesem sonnigen Tag nicht machen. 

Manuell kann man dann den Belichtungsmesser einfach ignorieren und weiter fotografieren. Es hat sich zwar das Verhältnis geändert, die Motivdetails werden aber weiterhin von der gleichen Lichtquelle beleuchtet und so hat sich die Helligkeit der einzelnen Motivdetails wie Himmel, Wald, Wiese und Wolken nicht verändert.
(Bei meinem Fotokurs am letzten Wochende habe ich wieder einige überraschte Gesichter gesehen, die zuerst nicht glauben wollten, dass es wirklich so einfach ist. Doch es gibt kaum etwas überzeugendes, als es selber auszuprobieren. ;-) 

Durch die in den beiden Bildausschnitten unterschiedlichen Flächenanteile heller und dunkler Motivdetails ändert sich die durchschnittliche Helligkeit der Gesamtfläche des Bildes.  Die Automatik weiß nichts vom geänderten Ausschnitt und wird deshalb annehmen, dass sich die Beleuchtung geändert hat. Und entsprechend die Belichtung verändern.

Alle Motivdeatils werden dann heller (oder dunkler) wiedergegeben. Und das heißt, falls die erste Belichtung richtig war, dass das Bild jetzt falsch belichtet wird.
Der Fotograf muss dann eingreifen und mit der Belichtungskorrektur gegenarbeiten.
Das ist ein Geschwindigkeitspunkt fürs manuelle Belichten. (Und ein “Esoterikpunkt” für die so den Fotografen zur Entschleunigung zwingende Automatikfotografie).
Und mit jeder weiteren Aufnahme unter gleichen Bedingungen mit geänderten Auschnitten bekommt die Automatik weitere Geschwindigkeitsnachteile, weil jedesmal neu korrigiert werden muss.

Also ich finde, dass die Belichtungsautomatik viel besser fürs Entschleunigen geeignet ist!

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Photoshop für Lightroomer

Lesezeit: ca.3 Minuten
Illustration zum Fotokurs "Photoshop für Lightroomer"

Fotokurs “Photoshop für Lightroomer”

(zur Anmeldung)
Viele Digitalfotografen verwenden Lightroom. Und wie ich finde: auch aus gutem Grunde.
Wer eine aktuelle Version von Lightroom hat, dem steht ja dank des Abomodells automatisch auch die aktuelle Vollversion von Photoshop zur Verfügung.
Doch die wird oft kaum genutzt, sondern „verstaubt“ statt dessen auf der Festplatte.

Zuerst wird nach der Installation noch ein wenig mit Neugierde in Photoshop „herumgestochert“, doch dabei bleibt es dann leider oft. Das Interesse schläft ein.
Das ist durchaus verständlich, denn die grundlegenden Aufgaben kann man ja effektiv und schell mit LR erledigen.
Aber es ist auch schade, denn es gibt einige Funktionen bei Photoshop die für fast jeden Digitalfotografen sinnvoll sind. Nur ist es etwas schwieriger, diese auch zu finden und richtig zu nutzen.

Das möchte ich ändern, deshalb habe ich einen neuen Grundlagenkurs zum Thema Bildbearbeitung und Photoshop eingerichtet. Weiterlesen

/ 18. Jul 2018

Belichtungsautomatik? M-Modus? Wie geht das?

Lesezeit: ca.18 Minuten
Moduswahlrad mit Belichtungsautomatik einer Olympus PenF

Belichtungsautomatik – MASP – Vollautomatik -Was soll ich einstellen?

In den verschiedenen Fotoforen wird ein Thema immer wieder kontrovers diskutiert: die Entscheidung für oder gegen eine Belichtungsautomatik bzw. die manuelle Einstellung der Belichtung.
Einige Teilnehmer scheinen dabei schon fast eine Art Minderwertigkeitskomplex entwickelt zu haben.
In Diskussionen kommen dann manchmal Fragen wie “Ist man etwa zu doof zum Fotografieren, wenn man nicht ‚M‘ verwendet?
Das ist natürlich nicht der Fall.  Weiterlesen

/ 12. Jul 2018

Neue Termine für Fotokurse in Mai, Juli, August, September und Oktober 2018 (aktualisiert)

Lesezeit: ca.2 Minuten

(AKTUALISIERT!) Meine Grundlagen-Fotokurse werden gerne als Geschenk für Hobbyfotografen gebucht. Und zufriedene Teilnehmer sind eine gute Quelle für Mund-zu-Mund-Propaganda.
Viele meiner Kurse sind deshalb schon komplett ausgebucht, in anderen wurden die Plätze langsam knapp – es ist also höchste Zeit für neue Termine für die Anfänger-Fotokurse.
Vor den neuen Terminen aber zuerst eine kurze Übersichts-Info zu den Kursen (mehr Informationen und Anmeldemöglichkeit jeweils über den Link.)

Der zweitägige Grundlagen-Fotokurs (mein “Klassiker”) findet seit sehr vielen(!) Jahren an Wochenenden (und manchmal auch unter der Woche) statt und richtet sich in erster Linie an (Wieder-) Einsteiger im Bereich Digitalfotografie.
Dieser Kurs verbindet Fototechnik, Bildgestaltung und ein wenig Bildbearbeitung mit einem Praxisteil auf dem Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Er hat mittlerweile viele Nachahmer gefunden. Bei mir gibt es das Original.  ;-) 

Der zweite Kurstyp ist der eintägige Intensiv Fotokurs, der sich ebenfalls in erster Linie an Fotoanfänger richtet. Der Inhalt ist im Großen und Ganzen ähnlich zum zweitägigen Kurs. Nur der Praxisteil ist kürzer und findet in direkter Nähe des Schulungsraums am Wissenschaftspark Gelsenkirchen statt.

Hier folgt die Übersicht über die neuen und die alten Termine: Weiterlesen

/ 29. Mai 2018

Autofokus oder manuelles Fokussieren oder …

Lesezeit: ca.10 Minuten

"Illustration

oder: “Der (zweit-) wichtigste Knopf an Deiner Kamera.

Neben dem Thema Belichtung (bei dem es ja auch immer mal wieder um die Frage “Automatisch oder manuell?” geht) ist das richtige Scharfstellen, die richtige Fokussierung, eine der wichtigsten Einstellungen beim Fotografieren.

Wenn ein Bild falsch fokussiert wird, ist es unscharf.
Das ist trivial! Aber ärgerlich.
Sehr ärgerlich!
Denn in den meisten Fällen ist die Unschärfe noch viel schlimmer als eine falsche Belichtung.
Das falsch belichtet Bild kann man im Nachhinein ja oft noch ein wenig an die eigenen Wünsche anpassen. Gerade wenn man mit RAW fotografiert, ist in der Ausarbeitung, Interpretation, oft noch was drin. Das Bild wird dann evtl. nicht optimal, aber man kann zumindest etwas erkennen.
Ein unscharfes Bild ist dagegen fast immer unrettbar verloren.  Weiterlesen

/ 13. Mai 2018

Hilfe, die Fotos werden zu hell/zu dunkel!

Lesezeit: ca.5 Minuten
Illustration zum Schalter der Belichtungskorrektur an einer Canon DSLR

Schalter zur Belichtungskorrektur an einer Canon DSLR

oder: Die wichtigste Einstellung, die Du an deinem Fotoapparat kennen solltest!
Gerade Anfänger wissen oft nicht, was sie am Fotoapparat überhaupt selber einstellen sollen und wovon sie (zumindest zu Anfang) besser die Finger lassen sollten.
Die modernen Kameras bieten ja sehr viele Eingriffsmöglichkeiten, da juckt es dann natürlich manchmal schon in den Fingern, etwas auszuprobieren.
Aber wenn man das planlos macht, muss man schon verdammt viel Glück haben, damit dann etwas sinnvolles entsteht.  
Auf der anderen Seite wäre es aber auch völlig falsch, kritiklos alles zu schlucken, was die Kamera so einstellt. Manchmal sind trotz (oder besser: wegen) all der vielen verschiedenen Automatiken ein paar hilfreiche Eingriffe durch den Fotografen nötig und sinnvoll.
Deshalb gebe ich Dir hier im Blog nach und nach einige kurze Tipps und erkläre Dir, was für Dich zu Anfang wirklich wichtig sein könnte.

Eines der größten Problem ist dabei die Belichtung, die die Helligkeit der Bilder beeinflusst. Die Kameras werden in dieser Hinsicht zwar immer aufwändiger mit immer mehr Automatiken. Aber trotzdem gibt es manches mal Bilder, deren Helligkeit anders ist als gewünscht, die zu hell oder zu dunkel sind.
Was kann man in so einem Fall machen? Wie soll man als Fotograf eingreifen?

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/ 11. Jul 2018

Was kommt zuerst? Blende? Belichtungszeit? ISO?

Lesezeit: ca.9 Minuten

Illustration Pseudosolarisation zum Thema Belichtungseinstellung Für viele ist es beim Fotografieren lernen schwierig, zu entscheiden, in welcher Reihenfolge sie bei der Belichtungseinstellung vorgehen.
Was stellt man zuerst ein?
Die Blende?
Die Belichtungszeit?
Die Empfindlichkeit in ISO?
Mit welcher Einstellung fängt man an?

Es geht bei der Belichtung ja nicht nur darum, die Helligkeit des Bildes festzulegen. Vielmehr spielt auch der Einfluss der einzelnen Werte auf die Bildgestaltung bei den Überlegungen eine wichtige Rolle.

Verwackelt, verwischt, Schärfentiefe, Mitzieher, Freistellen, Rauschen – für den Einsteiger ist das zu Anfang ziemlich unübersichtlich. Und wer sich nicht von der Vollautomatik oder den Szenenprogrammen trennt, wird die Übersicht auch nicht so schnell gewinnen. Weiterlesen

/ 13. Mai 2018

Meine besten Fototipps für Anfänger …

Lesezeit: ca.5 Minuten

.. vor Notre-Dame , hinter Notre-Dame,und auch links von Notre-Dame

Mein wichtigster Fototipp für Einsteiger: „Lerne möglichst schnell einige der Grundlagen, speziell rund um das Thema Belichtung.“

Viele Anfänger fragen in den diversen Foren und sozialen Netzwerken nach einzelnen Tipps für bessere Fotos.
Das liegt ja auch nahe. Fotografieren können die Kameras doch schliesslich vollautomatisch, da kann das alles eigentlich nicht sooo schwierig sein. Ein paar Fototipps und dann sollte es schon klappen.

Und solche Tipps sind tatsächlich als kleine Ratgeber manchmal sehr hilfreich. Auch für totale Anfänger gibt es gute Tipps.
Aber die meisten sind doch eher für diejenigen sinnvoll, die sich schon auf den Weg gemacht haben, das Fotografieren zu lernen. (Das gilt natürlich auch für den einen oder anderen Beitrag hier in meinem Blog.)

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/ 13. Mai 2018

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 9 – Panorama

Lesezeit: ca.4 Minuten
Illustration zu: Ein Beschnitt des Bildes zum Panorama kann bei fehlendem Vordergrund helfen

Wenn kein interessanter Vordergrund vorhanden ist hilft oft eine Beschränkung (oder Erweiterung ;-) ) aufs Panoramaformat.

Es ist gerade in einem zweidimensionalen Foto manchmal sehr schwierig, die beeindruckende Tiefe eines Motivs zu zeigen. Dazu ist es wichtig, den Betrachter durch diesen Raum im Bild zu führen. Das gilt besonders bei Landschaften und ähnlichen Motiven, also typischen Urlaubsfotos.
Meist hilft dabei ein schönes und/oder interessantes Vordergrundobjekt. Damit wird der Betrachter ins Motiv hinein geführt.
(„Vordergrund macht Bild gesund!“, sagte schon mein Opa).

Aber nicht immer ist ein passender Vordergrund vorhanden. Bei manchen Motiven, gerade bei Fernsichten von erhöhten Standpunkten oder beim Blick aufs Meer, bietet sich da einfach nichts an. (Sand und Gras gelten nicht als Vordergrund.)

Als Lösung in der Not funktioniert es dann manchmal, auf ein sehr breites Panoramaformat zurückgreifen. Das kann das Fehlen des Vordergrunds ausgleichen. Weiterlesen

/ 22. Jun 2018

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 8 – Autofokus

Lesezeit: ca.9 Minuten

Autofokusumschaltung

Wenn Du im Urlaub fotografierst, wirst Du in der Regel “scharfe” Fotos machen wollen. (Lass Dich davon aber nicht versklaven. Manche Bilder sind besser, wenn sie eine mehr oder weniger große Unschärfe aufweisen.)
Egal was für eine Wirkung Du mit der (evtl. auch absichtlich nicht vorhandenen) Schärfe erreichen willst, Du wirst Dich über kurz oder lang mit dem Autofokus beschäftigen müssen.
(Warum der manuelle Fokus in der digitalen Fotowelt oft keine echte Alternative ist, erkläre ich weiter unten.)
Ich möchte jetzt hier zuerst einmal einige der grundlegenden Einstellungen erklären, die man an vielen Kameras wählen kann. Natürlich gibt es bei der großen Zahl verschiedener Kameramodellen viele Sonderfälle , aber es lassen sich doch einige Gemeinsamkeiten feststellen. Weiterlesen

/ 20. Jun 2018

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 6 – welche Belichtungsautomatik

Lesezeit: ca.6 Minuten
Pfähle am Strand

Welches Belichtungsprogramm soll ich wählen?

(Aktualisiert Juni 2018) Wer interessante Fotos machen möchte, braucht neben dem guten Auge oft zusätzlich ein Quäntchen Fototechnik, auch wenn diese meist nicht ganz so wichtig ist.
Um diese Technik sinnvoll einsetzen zu können, solltest Du ein paar Einstellungen an Deiner Kamera kennenlernen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Einstellungen zur Belichtung.

Viele Einsteiger fotografieren standardmäßig mit der Einstellung auf Vollautomatik (als Symbol wird dafür oft ein grünes Rechteck, eine grüne Kamera oder eine rote Kamera verwendet).
Diese Vollautomatik erhält gelegentlich auch Phantasienamen wie “überlegene Automatik” oder “intelligente Automatik”.

Das liest sich alles ganz toll und oft sind die Fotos dann auch nicht wirklich schlecht. Aber oft sind sie auch nicht so ganz optimal. Weiterlesen

/ 13. Jun 2018

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 5 – Belichtungszeit

Lesezeit: ca.6 Minuten

Die lange Belichtungszeit verwandelt das Riesenrad in eine Zentrifuge für das Astronautentraining

(Aktualisiert 07.06.2018) Für ein „gutes Foto“ ist es wichtig, das das Bild die Aufmerksamkeit des Betrachters gewinnt (und behält). Ein spannender Bildinhalt, ein interessante Geschichte im Foto helfen dabei.
Man kann den Betrachter aber zum Beispiel auch mit dem Bildaufbau, mit Schärfeverläufen, mit unterschiedlichen Helligkeiten oder Farbgebungen quasi an die Hand nehmen und ihn dann auf diese Art durch das Bild führen.
Dabei kann, wie im letzten Tipp zur Urlaubsfotografie geschrieben, die Wahl einer passenden Ausdehnung der Schärfentiefe helfen.
Damit kann man dann wichtige Bereiche betonen und unwichtige in der Unschärfe im Vorder- oder Hintergrund verschwinden lassen.
Oder man verbindet eigentlich weit voneinander entfernte Bereiche und lenkt damit die Wahrnehmung des Betrachters auf besondere Zusammenhänge oder Ähnlichkeiten oder ….

Neben der Schärfentiefe gibt es aber auch andere Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit des Betrachters zu erhalten und zu lenken. Eine dieser Methoden möchte ich Dir jetzt zeigen.
Es geht dabei um die Darstellung von Bewegung im Bild. Das gleiche Objekt kann, je nach gewählter Belichtungszeit, durch seine Bewegung völlig unterschiedlich aussehen. Weiterlesen

/ 07. Jun 2018

Wie hängen Bildkreis, Sensorgröße und Verwackeln zusammen?

Lesezeit: ca.2 Minuten

(19.04.2018 frisch überarbeitet) Ich habe wieder eine Antwort auf eine Leserfrage in meinem kostenlosen Fotolehrgang im Internet veröffentlicht. Es geht dabei um die unterschiedlichen Objektivtypen, unterschiedlichen Sensorgrößen und ihre Auswirkung auf das Problem des Verwackelns.
Hier eine kurze Zusammenfassung, den Link zur langen Version gibt es am Ende des Textes.

  • Objektive für unterschiedliche Film- oder Sensorformate müssen für den jeweiligen Zweck einen ausreichend großen Bereich, den sogenannten Bildkreis ausleuchten.
  • Je kleiner der jeweilige Sensor, desto kleiner darf der Bildkreis sein.
  • Ist der Bildkreis groß, kann das Objektiv natürlich auch an einer Kamera mit kleineren Sensor verwendet werden (wenn es mechanisch passt).
  • Umgekehrt führt das Objektiv mit kleinerem Bildkreis am großen Sensor dagegen zu Abschattungen an den Bildrändern, das Objketiv vignettiert.
Illustration zum Thema Bildkreis

Das kreisrunde Objektiv erzeugt einen kreisrunden Bildkreis.

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/ 13. Mai 2018

In eigener Sache…

Lesezeit: ca.1 Minute

Das Jahr ist schon halb rum, Zeit für einen Rückblick hier im Blog.
Es gab einige neue Beiträge (Wenn Du sie sehen willst, es gibt eine Seite speziell für die Beiträge des ersten Halbjahrs 2018).

Es hat aber auch sehr viele Aktualisierungen gegeben. Zuletzt habe ich alle neun Teile meines Ratgebers für Urlaubsfotografie überarbeitet und aktualisiert. (Links dazu am Ende des Textes.)
Und auch andere Artikel habe ich zum Teil sehr intensiv überarbeitet und ergänzt. Manchmal wurden nur unglückliche Formulierungen optimiert, manchmal wurden wichtige Zusammenhänge erweitert dargestellt, bei einigen Texten habe ich Videotutorials aufgezeichnet und hinzugefügt. Weiterlesen

/ 10. Jul 2018

Wege aus dem kreativen Loch – Teil 1

Lesezeit: ca.3 Minuten
Illustration zu: "Das kreative Loch"

Das kreative Loch

Ich vermute jeder, der sich mit einem kreativen Hobby oder Beruf beschäftigt, landet irgendwann mal im “Kreativitätsloch”. Es fällt einem dann einfach nichts mehr ein, es kommt nichts neues, man dreht sich im Kreis. 

Es gibt viele Tipps und Ratschläge, die dagegen helfen können.

Für mich gibt es mehrere Wege, mit denen ich mich dann oft wieder wachrütteln kann. Einer dieser Wege ist die Beschränkung, sie führt bei mir oft zum Erfolg.

Das ist eine Übung, die ich zumindest in Teilen schon durchgängig in meinen fotografischen Alltag integriert habe, indem ich meist nur mit einer Festbrennweite unterwegs bin. Und mich manchmal zwinge, auf mein heißgeliebtes leichtes Weitwinkel (knapp 60° Bildwinkel, das sind Brennweiten von 35mm an VF, 23mm an APS-C und 17mm an den zur Zeit von mir bevorzugten MFT-Kameras(*))  zu verzichten.

Aber wenn es hart auf hart kommt, empfehle ich eine noch viel radikalere Art der Beschränkung. So auch, als ich vor einigen Wochen eine Mail mit der Bitte um Hilfe aus dem  „Kreativitätsloch“ erhielt. Hier folgt meine Antwort…..

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/ 06. Jul 2018

PTGui 11 ist endlich fertig

Lesezeit: ca.1 Minute

Heute ist PTGui 11 offiziell veröffentlicht worden. Und da hier ja auch “Panoramaleute” mitlesen, ist das sicher für den einen oder anderen interessant. Das Programm ist ja quasi der “Industriestandard” der Panoramasoftware.
Mit den Betas habe ich schon einige Erfahrungen gesammelt, meiner Meinung nach ist das ein lohnendes Update (Hat mich als Update von PTGui 10 89,00 Euro (ohne USt.) gekostet.
Mehr Infos über alle Neuerungen gibt es auf der Website von Jost
(Und demnächst hier…)

Das nenn’ ich Service!

Lesezeit: ca.2 Minuten
Illustration zu Peak Design Ankerplatten

Heute frisch eingetroffen, die “Ersatzschlaufen” für meine Peak Design Gurte. 

Ich bin ganz begeistert, das ging ja richtig schnell! Vor ein paar Tagen habe ich den kostenlosen Ersatz angefordert und heute ist er eingetroffen. Flott und schmerzfrei.

Und weil man nicht immer nur meckern, sondern auch mal loben soll, nutze ich die Gelegenheit und schreibe einen lobenden Beitrag.

Zum Hintergrund:
Seit einigen Jahren setze ich für den Kameratransport verschiedene Gurte von Weiterlesen

/ 25. Jun 2018

Ich habe einen neuen “Helden” gefunden…

Lesezeit: ca.4 Minuten

Orbetello, 1974, © Eredi Luigi Ghirri

[Aktualisiert 20.06.2018] Gut, es ist nicht das erste Mal passiert. Ich hätte es wissen müssen, ein Besuch im Museum kann bewusstseinserweiternd wirken.
Aber diesmal kam ich kopfschüttelnd wieder raus. Kopfschüttelnd über mich.
Aber der Reihe nach: Weiterlesen

/ 20. Jun 2018

Liebe (Newsletter)-Leser

Lesezeit: ca.1 Minute

Information zur neuen Datenschutz-Grundverordnung!

Am 25. Mai 2018 tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) in Kraft, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Datensicherheit zu erhöhen. Macht zwar viel Arbeit für mich (deshalb kommt zur Zeit auch kein neuer Beitrag, aber es sind einige Themen geplant), aber wenn sich alle daran halten, ist das ja sinnvoll.

Ich möchte Dich auch in Zukunft mit meinem Newsletter auf dem Laufenden halten. Du hast bereits in der Vergangenheit dazu in einem zweistufigen Verfahren Deine Einwilligung gegeben.
Ich freu mich über Dein Interesse und Vertrauen.
Aber ich möchte noch einmal daran erinnern, Du kannst Dich jederzeit abmelden.
Bitte klicke dazu bei Bedarf auf den Link “Melde Dich ab” in der Mail, um Dich aus meinem Newsletterverteiler abzumelden. Ich habe war nur wenige Abonnenten, will Dich aber auch nicht zuspammen. 

Meine aktualisierte Datenschutzerklärung kannst Du hier einsehen: www.tom-striewisch.de/datenschutzerklaerung.php

Bleiben mir treu! 

Tom!

Wer richtig belichtet, der braucht keine Bearbeitung! Stimmt das?

Lesezeit: ca.8 Minuten

Stimmt das wirklich?

(Das Video ist am Ende des Artikels)
Auch im Bereich Fotografie halten sich hartnäckig Ammenmärchen. Eines lautet:
Lerne richtig belichten, dann braucht Du keine Bildbearbeitung!“ Solche oder ähnliche Aussagen liest man immer mal wieder, gerade auch in den sozialen Netzwerken.
Angeblich reicht es also aus, wenn man richtig belichten kann. Richtig belichtet wäre das Bild dann fertig, weitere Schritte, speziell eine Bildbearbeitung, wären nicht nötig.

Das Ganze wird dann häufig auch noch mit dem Brustton tiefster Überzeugung vorgetragen. Und ergänzt um „Musste man früher ja auch nicht!“ oder „Der wahre Könner muss nicht bearbeiten!“ etc. pp..
Hört sich fast schon glaubhaft an.

Doch es ist grundlegend falsch! Gerade der Könner würde sich bei kritischen Bildern auf keinen Fall darauf einlassen, gut die Hälfte der Entscheidung für das Aussehen des Bildes einem mehr oder weniger dummen (und gefühllosen) Algorithmus im Computerteil der Kamera zu überlassen.

(Ein Video dazu folgt am Ende dieses Beitrags.)
Weiterlesen

/ 02. Jun 2018

Lightroom: Profile oder Presets

Lesezeit: ca.1 Minute

Nachdem ich den Artikel zum Bleach-Bypass-Filter in der neuen Firmware der  Olympus Pen F (*) und zu den in Lightroom Classic CC 7.3 (und in Lightroom CC und in Camera RAW)  geänderten und stark erweiterten Profilbereich veröffentlicht habe, gab es einige Rückfragen.
Gerade der Unterschied zwischen den altbekannten Presests und den neuen Profilen ist anscheinend dem einen oder anderen nicht so ganz klar.
Ich habe deshalb dazu einen kleinen Film gemacht, in dem ich anhand meines Bleach-Bypass-Profils die Unterschiede und einige Vor- und Nachteile erkläre. Weiterlesen

/ 31. Mai 2018

Olympus Pen F und Lightroom und Bleach Bypass

Lesezeit: ca.7 Minuten
Bild einer Olympus Pen F als Illustration

Olympus Pen F, Lightroom und Bleach Bypass

(In English? Scroll down!)
Manchmal passen verschiedene Entwicklungen plötzlich ganz gut zusammen.
So hat es zum einen für meine derzeitige Lieblingskamera, die Olympus Pen F(*), ein neues Firmware Update gegeben.
Da ist jetzt nichts weltbewegendes passiert, aber unter anderem wurde ein neuer Filter hinzugefügt, „Bleach Bypass“.
Und zum anderen haben Lightroom Classic CC und Lightroom CC mit dem letzte Update auf Version 7.3 bzw 1.3 die Möglichkeit erhalten, bei der Entwicklung von RAWs und JPEGs Profile zu nutzen (und auch selbst zu erzeugen.) Und bei Camera RAW in Version 10.3 steht das auch zur Verfügung.
Und da dachte ich mir, das lässt sich doch bestimmt prima miteinander kombinieren. Und tatsächlich, es klappt. Weiterlesen

/ 30. Apr 2018

Sind Fotokurse speziell für einzelne Kameramarken sinnvoll?

Lesezeit: ca.3 Minuten

Einstellräder einer Systemkamera Manchmal werde ich gefragt, warum ich meine Anfängerfotokurse ähm … “Grundlagen-Fotokurse für Einsteiger” im Rahmen der Fotoschule-Ruhr nicht auch generell oder zumindest gelegentlich markenspezifisch anbiete. Also einen Einsteigerkurs ganz speziell nur für Nikon oder Canon oder Sony oder Fuji oder Olympus oder …
Der Hintergrund der Frage: Andere Fototrainer würden so etwas ja durchaus auch anbieten. (Nicht immer unabhängig vom jeweiligen Hersteller, der natürlich seine Produkte im besten Licht sehen möchte.)
Und auch ich habe solche Kurse in der Vergangenheit als von Firmen beauftragter “Coach” gegeben.
Aber “meine eigenen” Einsteigerkurse sind und bleiben markenneutral. Und das aus gutem Grund. Weiterlesen

/ 15. Apr 2018

Adobe RGB – sRGB – Farbraum – und jetzt?

Lesezeit: ca.4 Minuten
Illustration zum Dialog zur Wahl des Farbraums an einer Olympus Pen-F

Der Dialog zur Wahl des Farbraums an meiner Olympus Pen-F (*).

Viele Kameras bieten im Menu die Möglichkeit, verschiedene Voreinstellungen zu wählen. RAW und/oder JPEG? Auflösung? Bildformat? Kompression/Bildqualiät?
Und Du hast jetzt eine neue Kamera oder einfach nur Langeweile oder einen akuten Fall von Forscherdrang und blätterst in den Tiefen des Kameramenüs und stößt auf die Auswahl sRGB oder Adobe RGB.
Das hört sich wichtig an. 
Aber was soll das? Wozu braucht man das? Weiterlesen

/ 02. Apr 2018

Zeitumstellung – Vergiss die Kamera nicht!

Lesezeit: ca.2 Minuten

Illustration Kameradisplay ZeitumstellungEs ist mal wieder so weit, die Uhren  werden auf “Sommerzeit” vorgestellt.
Ich passe bei der Gelegenheit auch die Uhrzeit in der Kamera an. Der Grund liegt darin, dass ich in den EXIF-Daten meiner Fotos diejenige Zeit gespeichert haben möchte, die für die Menschen auf meinen Fotos aktuell gültig war.
Ich nenne das die “soziale Uhrzeit”. Weiterlesen

/ 26. Mrz 2018