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Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 2 – Bildqualität und Brennweite

Aus den Tipps für bessere Urlaubsfotos: Urlaubsmotiv - Dünen

Urlaubsmotiv – Dünen

(Mai 2021 erneut überarbeitet) Bald geht es wieder los mit den Sommerferien. Die Urlaubssaison ist für viele auch Fotosaison. Und wenn Du dann die Kamera nach längerer Pause (oder zum ersten Mal?) in die Hand nimmst, gillt es ein paar Dinge zu überprüfen.

Gerade dann, wenn Du Dich mit Digitalfotografie nicht so intensiv beschäftigst, kann es sein, dass Du Deine Kamera so eingestellt hast (oder sie so eingestellt ist), dass Du möglichst viele Bilder auf der Speicherkarte unterbringen kannst.
Ist ja auch logisch, es sollen ja viele Urlaubsfotos auf die Karte gehen.
Je nach Größe des Speichers passen dann auch durchaus tausende Bilder.

Das ist natürlich toll, doch man erkauft dass mit einer zum Teil eher mittelmässigen Qualität. Zum einen sind nur noch weniger Bildpunkte übrig, von den teuer bezahlten Megapxieln stehen dann nur noch ein Teil zur Verfügung.
Und diese relativ wenigen Bildpunkte werden als JPEG auch noch mehr oder weniger stark komprimiert. Das kann sich dann später als Fehler entpuppen. Und leider merkt man das dann auch erst später, wenn es für eine Korrektur zu spät ist.

Beste Qualität

Aus den Tipps zur Urlaubsfotografie: Der Dialog zur Wahl der Komprimierung (JPEG) an einer Canon DSLR

Der Dialog zur Wahl der Komprimierung, Dateigröße und Dateiart (Raw und/oder JPEG) an einer Canon DSLR

Solche Bilder sehen auf dem Display der Kamera oder am Smartphone immer noch gut aus. Und solange man keine Ausschnitte macht und den passenden Betrachtungsabstand einhält (was das ist, kannst Du hier lesen:  „Passender Abstand?“ ) fällt diese starke Verkleinerung der Datenmenge gar nicht negativ auf

Problematisch kann es aber werden, wenn man zum Beispiel nachträglich einen Ausschnitt anfertigen will oder die Farben und Helligkeiten im Bild noch etwas angepasst werden sollen.
In dem Fall sind oft nicht mehr genug Reserven in der Bilddatei und das Ergebnis der Ausarbeitung wird nicht besonders gut werden.
(Solch eine Anpassung/Ausarbeitung kann gerade auch bei perfekt belichteten Bildern nötig sein, mehr dazu folgt im übernächsten Kapitel.)

Da man beim Festlegen der Grundeinstellungen der Kamera meist gar nicht genau weiß, wie die später aufgenommenen Fotos verwendet werden, solltest Du auf die starke Verkleinerung der Datenmengen am Besten komplett verzichten. Bei manchen Kameras (Canon, Lumix, …) wählt man dazu unter Bildqualität  “L” für “Large” aus, dann wird zumindest die volle Pixelzahl der Kamera genutzt.
Aber das ist noch nicht alles.

Was bedeutet der Viertelkreis?

Illustration zur Steuerung der Bildqualität für JPEGs an einer Panasonic Lumix u.a.

So sieht der Dialog zu Steuerung der Bildqualität (nicht Bildgröße/Pixelmenge)  für JPEGs an einer Panasonic Lumix u.a. aus. Rechts beste Qualität durch schwache Komprimierung, in der Mitte schlechterer Qualität bei stärkerer Komprimierung.

Wenn der Viertelkreis neben dem Buchstaben ohne Stufen einfach glatt rund ist (manche Kamerahersteller nennen diesen Modus auch “Superfine” oder verwenden wie Panasonic die links abgebildeten Symbole), wird nur eine relativ schwache Komprimierung vorgenommen. Die mögliche Bildqualität ist damit besser als beim gestuften Viertelkreis.

Während Sony die Begriffe „Extrafein“, „Fein“ und „Standard“ für die unterschiedliche Qualität der JPEGs nach der Komprimierung  verwendet, heissen die Einstellungen bei Olympus L(SF) bzw L(F) und M(SF) und S(SF).
Hier werden Pixelmenge und Komprimierung gemeinsam eingestellt. L steht für dabei volle Pixelzahl, M für etwas reduzierte und S für stark reduzierte Pixelmengen. Das F steht für Fine mit stärkerer Komprimierung, das SF für „Superfine“ mit schwächerer Komprimierung und deshalb besserer Bildqualität. Für die Bildgrößen M und S gibt es anscheinend nur Superfine.

Das Procedere ist zwar von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, aber die oben genannten Beispiele sollten Dir ein Gefühl für die Möglichkeiten geben.

Am besten verwendest Du  “L” und den glatten Viertelkreis/Fine/Superfine, dann verlierst Du weniger Bildqulität.
Wegen der größeren Bilder wirst evtl. auch eine zusätzliche Speicherkarte kaufen müssen. Plan sie aber lieber gleich etwas größer, denn durch den nächsten Tipp wirst Du nochmals größere Dateien mit der Option auf noch besserer Qualität und vor allem auf noch mehr Möglichkeiten erhalten.

Nicht vergessen:
Das Optimierungspotential in der Fotografie liegt oft einige Zentimeter hinter dem Sucher!

Ich biete Bildbesprechungen nicht nur im Rahmen meiner regelmäßig stattfindenden zweitägigen Gestaltungskurse an, sondern auch als preiswerte individuelle Online-Treffen. Ich würde mich freuen, Dir in dem Rahmen Tipps und Hinweis zur Gestaltung Deiner Bilder geben zu können.
Informationen und Anmeldung

Wie entstehen die Bilder

Es ist ein beliebtes Missverständnis, dass eine Digitalkamera Bilder fotografieren würde.
Das ist aber, genau betrachtet, gar nicht richtig. Das Ergebnis der Belichtung ist vielmehr „nur“ eine Tabelle von Millionen von Messergebnissen.

Tabelle statt Foto?

Tabelle statt Foto

Der Sensor besteht aus vielen Millionen lichtempfindlicher Bauteile, für jeden Pixel der vielen Megapixel gibt es einen. Diese sind fast immer in Spalten und Zeilen angeordnet.

Diese Sensorpunkte arbeiten ähnlich wie Solarzellen. Bei Lichteinfall setzen sie elektrische Energie frei. Bei viel Licht ist es viel Energie, bei wenig Licht nur wenig.

Die Menge der elektrischen Energie je Sensorpunkt wird meist direkt nach der Bleichtung jeweils individuell für jeden Punkt gemessen und das Ergebnis vorübergehend gespeichert. Es entsteht so eine Art Tabelle der Messergebnisse.

Bildwerdung

Diese Tabelle ist aber nur ein Zwischenschritt. Wir wollen ja keine  Zahlenkolonnen an die Wand hängen sondern ein Foto sehen.
Der Weg von dieser Tabelle zum Bild erscheint auf den ersten Blick kompliziert, ist aber schlußendlich [zumindest theoretisch ;-) ] banal.

Um ein Bild zu erhalten, kann man die einzelnen Tabellenzellen je nach gemessenem Wert und damit je nach aufgetroffener Helligkeit einfach unterschiedlich hell wiedergeben. Das ist dann quasi “Malen nach Zahlen”).

Die Zellen mit den höchsten Messergebnissen würden in Weiß, die mit den niedrigsten in Schwarz und die anderen in unterschiedlichen Grautönen dazwischen angeordnet.
Das Ergebnis wäre ein Bild mit vielen verschiedenen Graustufen, ein Schwarz-Weiß-Foto.

Das geht nicht anders, denn die Farben können bei dieser reinen Helligkeitsmessung gar nicht berücksichtigt werden, die Sensorpunkte können sie tatsächlich gar nicht unterscheiden. Sie reagieren nur auf die Intensität, die Helligkeit des auftreffenden Lichts, nicht auf dessen Farbe.

Aber die meisten Menschen wollen anscheinend Farbfotos und nicht nur ausschließlich Schwarzweißbilder.  Also musste man sich eine Lösung für bunte Bilder einfallen lassen.

Und jetzt in Farbe

Zuerst wurden Farbdigitalkameras entwickelt, die drei Bilder nacheinander auf den gleichen (Schwarzweiß- )Sensor aufnahmen.  Vor dem Objektiv oder vor dem Sensor wurde dann jeweils ein Farbfilter gewechselt.
Diese Technik gab es schon in der Frühphase der Entwicklung der Farbfotografie in der Analogfotografie. Ganz ähnlich wie damals wurden auch digital die entstehenden drei Graustufenbilder entsprechend der Farben, mit denen sie entstanden sind, für die Wiedergabe eingefärbt und dann miteinander gemischt.
Das funktioniert natürlich nur mit komplett statischen Motiven, bewegte Motivdetails erhalten auf diese Art störende Farbsäume.

Um auch bewegte Motive in Farbe fotografieren zu können, konstruierte man Kameras, die gleichzeitig drei Sensoren mit jeweils unterschiedlichen Farbfiltern verwendeten.
Doch drei Sensoren je Kamera? Das war zu teuer und vor allem zu unhandlich.

So kam man auf die Idee, vor jeden einzelnen Sensorpunkt einen einzelnen Farbfilter zu setzen, so dass der jeweilige Bereich nur das Licht einer Farbe sehen kann. Die Kamera erzeugte so eine Tabelle mit Angaben zur Helligkeit und jedem Messwert war zusätzlich eine Farbe zugeordnet.

Interpretation

Doch nun gab es kein eindeutiges Ergebnis der Farbmischung mehr. Vielmehr musste man interpretieren.

Stell Dir vor, daß als Messergebnis neben einem rot gefilterten Punkt ein blau gefilterter und daneben ein grün gefilterter Punkt liegen.
Wenn der rot gefilterte Punkt einen hohen Messwert erhielt, wird er viel rotes Licht erhalten haben, Wenn der grüne und der blaue Punkt niedrige Messwerte ergeben, wird dort wenig blaues bzw. grünes Licht aufgetroffen sein.
Jetzt kann man anfangen zu raten, ob da wohl wirklich helles Rot, dunkles Blau und dunkles Grün direkt nebeneinander lagen. Oder ob nicht vielmehr überall helles Rot war, dessen Farbe aber durch den blauen und grünen Filter ausgesiebt wurde. Das führt zu einer niedrigeren Helligkeit hinter diesen beiden Filtern und damit zu einem niedrigen Messwert bei den blau bzw. grün gefilterten Sensorpunkten.

Diese Interpretation der Farben aus den eigentlich nur die Helligkeit wiedergebenden Messergebnissen kann man natürlich mit dem Begriff “Interpolation” nett umschreiben. Und “Demosaicing” hört sich auch gut an.
Aber es bleibt eine Interpretation, es ist nur “begründet geraten”, der direkte Bezug zur Realität vor der Kamera im Moment der Aufnahme ist so nicht mehr gegeben.

Und was ist mit Out Of Cam (OOC)?

Falls jemand wirklich ein vermeintlich ehrliches Bild direkt aus der Kamera, ohne Bearbeitung, haben will, muss er sich die Tabelle ansehen. Jedes Bild, auch das erste, anscheinend „jungfräuliche“ JPEG aus der Kamera, stellt immer schon eine Interpretation, eine Bearbeitung dar.

Auch dieses erste Bild ist um keinen Deut ehrlicher als alle anderen möglichen Interpretationen. Es ist einfach nur nach Standardvorgaben, evtl. basierend auf dem Geschmack eines japanischen Entwicklungsingenieurs, erzeugt („bearbeitet“) worden.

Das wahrhaftigste, ehrlichste Ergebnis der Digitalkamera ist die Tabelle der Messergebnisse.

Ob die Standardumsetzung der Tabelle immer optimal ist, ist eher zweifelhaft. Viele Kameras lassen glücklicherweise ein Speichern der erzeugten Daten (also quasi der Tabelle) zu.

Man spricht dann von “RAW”-Dateien. Mit einer solchen RAW-Datei bist Du in der Lage, ohne Verluste alle von der Kamera gemessenen Daten unverfälscht zu speichern um später die Interpretation selber nach Deinen eigenen Vorstellungen vorzunehmen.
Im JPEG dagegen wären durch die Interpretation schon Daten verändert worden. Und die Informationsverluste durch die Komprimierung käme noch hinzu.

Mit dem RAW stehen Dir dagegen noch die vollständigen Daten der Aufnahme zur Verfügung.
Für die Umwandlung (das „Demosaicing“) kannst Du unterschiedliche, auch kostenlose, Programme nutzen — die sogenannten RAW-Konverter.
Auf die automatische Interpretation, die gerade bei besonderen Motiven, bei interessanten Beleuchtungssituationen oft überfordert ist, kannst Du so verzichten. Und Du hast die Möglichkeit, die Auswirkung Deiner Eingriffe direkt am Monitor zu kontrollieren.

(Ich habe einen speziellen Artikel zu OOC verfasst.)

 

Diese Messergebnisse werden meist direkt nach der Belichtung von dem kleinen Computer in der Kamera interpretiert (siehe Hinweis „Tabelle statt Foto?“). Es entsteht dann aus den Messwerten ein Farbfoto, das ein mögliches Ergebnis (eins von vielen möglichen) der Interpretation darstellt.
Würde die Interpretation unter anderen Vorgaben erfolgen, wäre evtl. ein anderes Bild mit unterschiedlichen Farben und Helligkeiten das Ergebnis.

Es gibt also kein Foto, dass ein zwingend eindeutiges Ergebnis der jeweiligen Belichtung ist.
Die auf diesem Weg entstandenen Bilder werden dann typischerweise als JPEG Dateien auf der Speicherkarte abgelegtt.

Warum es auch (und gerade) bei perfekt belichtetet Bildern nicht ohne abschliessende Bearbeitung geht, habe ich unter Wer richtig belichtet der braucht keine Bearbeitung! Stimmt das? beschrieben.

RAW verwenden

Bei einigen Motiven (oft den interessantesten Urlaubsfotos) ist die kamerainterne Interpretation der Messergebnisse manchmal leider nur „mindergut“.
Wer dann die Option haben möchte, seine Bilder später selber noch besser zu interpretieren, ist gut beraten, dafür möglichst viele bei der Belichtung gewonnene Informationen nutzen zu können. Die Tabelle kann man dazu als sogenannte RAW-Datei speichern.

Da auch eine nur gering komprimierte JPEG-Datei, auch wenn sie noch die volle Pixelzahl hat (siehe vorheriges Kapitel), nicht mehr das Original darstellt, ist eine echte Neuinterpretation ohne RAW, nur aus dem JPEG, nicht mehr machbar.
Es gibt vom JPEG kein zurück mehr zu der ursprünglichen Tabelle.

Man kann die Auswirkungen einer nicht optimalen Interpretation dann zwar noch bearbeiten (und das oft auch mit Erfolg), aber die Möglichkeiten sind im Gegensatz zur Interpretation der Tabelle der Messergebnisse, zur Interpretation der RAW-Datei, deutlich eingeschränkt. Gerade stärkere Veränderungen in Bezug auf Helligkeit, Kontrast und Farbigkeit sind dann nicht mehr möglich.

Aus den Tipps für bessere Urlaubsfotos: Urlaubsmotiv - Dünen

Urlaubsmotiv – Dünen

Quintessenz:

Wenn Du Dir die Optionen zur Ausarbeitung nach *Deinen* Vorstellungen offen halten möchtest, solltest Du mit RAW Dateien fotografieren.
Falls Du im Urlaub keinen Computer zur Umwandlung der RAW-Datei dabei hast, aber wohlmöglich mal ein JPEG benötigst? Dann. kannst Du Deine Kamera so einstellen, dass sie zusätzlich zum RAW JPEGs erzeugt.
Wenn Du eine selbstgemachte Postkarte oder einen Ausdruck aus dem nächsten Drogeriemarkt benötigst, kannst Du dort dann die zusätzlich erzeugte JPEG-Datei abgeben
Und Du hast dann trotzdem die RAW-Datei für evtl. Anpassungen in der Heimat noch zur Verfügung.

Um die Interpretation der Tabelle, die Umwandlung der RAW Daten, am Computer vorzunehmen, liefern viele Hersteller Software beim Kauf der Kamera mit. (Es gab aber auch schon Hersteller, die sich diesen Service zusätzlich bezahlen liessen.)

Einige dieser Programme sind fürchterlich schlecht, andere sind wirklich sehr gut.
Aber sie sind meist nur auf die Dateien eines Herstellers abgestimmt. Ich hatte im Laufe der Zeit aber mittlerweile Kameras von mehreren unterschiedlichen Herstellern.
Da hätte ich dann jedes Mal ein weiteres Programm lernen müssen. Blöd.
Um alle meine Bilder, auch aus Kameras unterschiedlicher Hersteller, mit der gleichen Software bearbeiten zu können, verwende ich das Programm Lightroom(*). (Wenn Du hier im Blog dieLightroom-Artikel liest, wirst Du merken, warum ich das Programm trotz der Kosten — monatlich etwa eine preiswerte Kinokarte — bevorzuge.)

Das war jetzt recht viel dröge Technik, kümmern wir uns deshalb noch um zwei gestalterische Themen.

Auch für Urlaubsfotos: Näher herangehen.

Diese Empfehlung (Braucht man Gestaltungsregeln? ) ist völlig banal und auch keinesfalls neu, aber trotzdem wird sie oft nicht beherzigt — sei es aus Unachtsamkeit, aus Faulheit oder aus Unsicherheit anderen Menschen gegenüber. In vielen Bilder ist deshalb das wichtige Hauptobjekt (das Motivdetail, das den Fotografen veranlasste, den Auslöser zu drücken) zu klein abgebildet.

Das liegt u.a auch an unserer Wahrnehmung, die die uns umgebende “Realität” interpretiert. Sie lässt zum Beispiel für uns wichtige Dinge in unserem Blickfeld größer wirken.
Im Bild, das die Kamera aufnimmt, funktioniert das aber nicht. Dort sind die Dinge so groß abgebildet, wie sie in ihrer tatsächlichen Relation zueinander waren. Und das ist oft zu klein. Deshalb der Rat:

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du nicht schon zu nah an Deinem Motiv bist, dann geh noch näher heran. ;-)


An der Stelle darf ich vielleicht noch ein bisschen Eigenwerbung machen: Die für Urlaubsfotos relevanten Themen wie Belichtung, Automatiken und Belichtungskorrektur,  aber auch Brennweite, Bildgestaltung und Bildbearbeitung sind ein wichtiger Teil meiner Fotokurse zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de anbiete.

Brennweite

(Dieses Thema Brennweite hat viel mit dem vorhin erwähnten Aufnahmeabstand zu tun. )
Es ist keinesfalls egal, ob man “nur” heranzoomt (also die Brennweite verlängert ) oder ob man wirklich näher herangeht.
Bilder aus kurzer Distanz mit kurzer Brennweite fotografiert haben eine andere räumliche Wirkung als Bilder, die mit längerer Brennweite aus längerem Abstand aufgenommen wurden (siehe die folgende Illustration).

Das Hauptobjekt kann so zwar in beiden Versionen gleich groß wiedergegeben werden. Doch dafür muss man sich, wenn man den kleineren Bildwinkel des Teleobjektivs nutzen will, weiter vom Motiv entfernen. Und dadurch verändern sich die Größenverhältnisse im Bild.

Im ersten Bild scheint eine große räumliche Tiefe zu herrschen (“Weitwinkelperspektive”), die Brücke ist weit entfernt.
Im zweiten Foto dagegen scheint der Raum verdichtet (“Teleperspektive”).
Beides kann je nach Bildidee richtig sein, wenn jedoch das eine zu Deinem Motiv und Deiner Vorstellung passt, muss das andere vermutlich falsch sein.
Und es wäre doch schade, wenn Du nur aus Faulheit (oder Unsicherheit) schlechtere Fotos machst.

Aus den Tipps für bessere Urlaubsfotos: Räumlichkeit durch Brennweite und Aufnahmeabstand

Anhand des obigen Bilderpaares kannst Du die unterschiedliche Wirkung des Hintergrunds beobachten.
Wichtig:
Der Standort der Person im Vordergrund wurde nicht verändert und die Brücke ist auch nicht näher heran geandert. ;-)
Ich habe lediglich die Brennweite und der Aufnahmestandpunkt geändert. Ich bin für das zweite Bild weiter nach hinten gegangen und habe dann heran gezoomt.

Auf die Art bleibt die Abbildung der Person gleich groß. Doch der Hintergrund hat sich dramatisch vergrößert, er wirkt im zweiten Bild viel näher, der Raum scheint sich verdichtet zu haben.
Das war in diesem Fall besser für die Bildgestaltung, die Brücke wirkt so größer und erhabener.

Üben

Damit die Bilder im nächsten Urlaub wirklich besser werden, solltest Du nicht nur lesen, sondern vor allem üben, üben, üben. Nur dann sind die nötigen Handgriffe Dir auch in Streßsituationen klar.
Und für den Gestaltungsmuskel ist das Training ebenfalls wichtig. Die folgenden Aufgaben sollen Dir dabei helfen.
Denk daran: wenn Du erstmal in der Situation bist, ist es zum Üben zu spät! ;-)

  1. Lerne das Menu Deiner Kamera kennen
    Überprüfe die Einstellung zur Bildqualität Deiner Kamera. Weißt Du , wo der Weißabgleich eingestellt wird? Zwischen Einzelbild und Serie umschalten, wie geht das? …
  2. Gestaltung üben(1)
    Nimm Deine Kamera und gestalte eine Zeit lang (zwei Stunden oder mehr) bewusst Bilder bei denen Du darauf achtest, nah genug heran zu gehen. Wiederhole das an mehreren Tagen, evtl. kombiniert mit anderen Aufgaben.
  3. Gestaltung üben (2)
    Fotografiere das selbe Objekt vor einem entfernteren Hintergrund aus unterschiedlichen Abständen und gleiche die Größe mit der Brennweite aus. Schau Dir die Ergebnisse in Ruhe an und achte auf die unterschiedlichen Größenverhältnisse von Vorder- und Hintergrund.

Du willst nicht alleine üben? - Dann komm zu mir!

Vor dem Urlaub solltest Du ein wenig üben, damit Du im Urlaub fit bist mit der Kamera. Alleine macht das aber keinen richtigen Spaß. Und wer hilft Dir, wenn es mal nicht wie geplant klappt? Willst Du dann für jede Frage wieder ein neues Youtube-Video suchen? Das muss doch besser gehen!

Und es geht auch besser: Komm in meinen Fotokurs!
Informationen und Anmeldung findest Du auf der Website zu meinen Fotokursen zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de anbiete.

Und wenn die Zeit für einen normalen Kurs nicht mehr reicht oder Du nur einige Fragen klären willst, kannst Du mich auch recht preiswert für ein individuelles Online-Coaching buchen.


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Und wenn Du meinst, ich hätte das nicht verdient, dann lässt Du es eben. ;-)

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Betrachtungsabstand
Wenn man ein Bild betrachtet, versucht man, so nah wie möglich heranzugehen, um das Bild mit seinen Details zu sehen. Die Nahgrenze ist erreicht, wenn das Bild größer wird als der Bereich, den man auf einen Blick erkennen kann. Ginge man noch näher heran, würde man zwar mehr Details erkennen können, aber man könnte das Bild nicht mehr als Ganzes überblicken. Sein Aufbau und der Zusammenhang zwischen den Bilddetails ginge dann verloren. Deshalb lautet eine der Grundlagen der Formeln zu technischen Fragen wie Schärfentiefe und Bewegungsdarstellung: “Man betrachtet ein Bild am sinnvollsten aus einem Abstand, der in etwa seiner Diagonale entspricht.”

Dies ist der Abstand, aus dem man das Bild noch überblicken kann und trotzdem möglichst nah am Bild ist.

Bei kleinen Bildern ist man dann näher dran, bei größeren Bildern entsprechend weiter weg. Immer kann man das Bild gerade eben noch als Ganzes überblicken und ist trotzdem möglichst nah am Bild. Wenn man so immer in Relation zur Bildgröße den gleichen Betrachtungsabstand einhält, bleibt der relative Abstand zwischen zwei Punkten auf dem Bild auch bei unterschiedlich großer Wiedergabe des Bildes gleich.

Das menschliche Auge braucht einen gewissen relativen Mindestabstand zwischen zwei Bildpunkten, um sie überhaupt als individuelle Punkte zu sehen. Kleinere Abstände würden dazu führen, dass man zwar zwei individuelle Punkte im Bild hat, der Betrachter diese aber nur als einen Punkt erkennen kann. Eine so große Schärfe der Abbildung, wäre quasi “Perlen vor die Säue”, denn sie würde über die Fähigkeiten des menschlichen Auges hinausgehen.

Wenn man das ganze andersherum angeht, ist eine Unschärfe, deren Auswirkung unterhalb dieser Schwelle bleibt, nicht als Unschärfe erkennbar. (siehe auch im Fotolehrgang im Internet: http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/notiz_megapixel_megaschaerfe.htm)

Nicht zu ernst nehmen!

Es handelt sich bei diesen Tipps keinesfalls um Gesetze, die man nicht brechen darf. Es sind nur Hinweise, die auch tendenziell langweilige Bilder, deren Inhalt den Betrachter nicht von vornherein fesselt, “erträglich” machen können.

Ein Bild mit einem spannenden Inhalt, einer spannenden Idee, kann dagegen trotz (oder wegen) einer Missachtung dieser Überlegungen ein tolles Bild ergeben.

Je mehr man sich mit Gestaltung und Inhalt der eigenen (und fremder) Bilder auseinandersetzt, desto eher wird man in die Situation kommen, solche Hinweise nicht mehr zu benötigen oder auch bewusst missachten zu können. Solange man da noch nicht angekommen ist, kann es helfen, diese Hinweise bei der Planung/Gestaltung der eigenen Bilder zu berücksichtigen.


3 thoughts on “Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 2 – Bildqualität und Brennweite

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