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Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 4 – Bildgestaltung vereinfachen

Aus den Tipps für bessere Urlaubsfotos: Schärfentiefe zur Reduktion

Kleine Schärfentiefe um Bilder zu vereinfachen

(Im Juni 2020 erneut überarbeitet)
Schon zu Beginn des ersten Tipps dieser Reihe habe ich darauf hingewiesen: es ist auch und gerade für Urlaubsfotos wichtig, ein Bild nicht zu chaotisch zu gestalten.
Oft ist es besser, sich auf einen einzelnen Hauptakteur zu beschränken. Diese Beschränkung kann dann aber auf ganz unterschiedliche Arten geschehen.
Du kannst zum Beispiel einen engeren Auschnitt wählen. Oder (und das ist erfahrungsgemäß oft besser), näher heran gehen.

Eine andere, wirklich schon klassische Methode für weniger Durcheinander im Bild ist der Einsatz geringer Schärfentiefe. (Mehr zur Schärfentiefe in meinem Fotolehrgang im Internet und hier im Blog.)

Nicht zu ernst nehmen! Es handelt sich bei diesen Tipps keinesfalls um Gesetze, die man nicht brechen darf. Es sind nur Hinweise, die auch tendenziell langweilige Bilder, deren Inhalt den Betrachter nicht von vornherein fesselt, „erträglich“ machen können. Ein Bild mit einem spannenden Inhalt, einer spannenden Idee, kann dagegen trotz (oder wegen) einer Missachtung dieser Überlegungen ein tolles Bild ergeben. Je mehr man sich mit Gestaltung und Inhalt der eigenen (und fremder) Bilder auseinandersetzt, desto eher wird man in die Situation kommen, solche Hinweise nicht mehr zu benötigen oder auch bewusst missachten zu können. Solange man da noch nicht angekommen ist, kann es helfen, diese Hinweise bei der Planung/Gestaltung der eigenen Bilder zu berücksichtigen.

In oberen der beiden Beispielbilder stört der Hintergrund mit seinen vielen ablenkenden Details. Mit einer geringeren Schärfentiefe wie im unteren Bild kann man ihn aber einfach ausblenden. Das ist einer der vielen Wege um den Bildinhalt auf das wirklich Wichtige zu reduzieren und  chaotisches Durcheinander zu vermeiden.

Wenn Du die Blende öffnest (dazu musst Du eine kleine Blendenzahl wählen) wird die Schärfentiefe geringer und der Hintergrund erscheint so unschärfer. Wenn Du die Blende schließt (eine große Blendenzahl wählst), wächst dagegen die Schärfentiefe.
Die Eselsbrücke ist also recht einfach:

kleinere Blendenzahl ➤ kleinere Schärfentiefe
größere Blendenzahl ➤ größere Schärfentiefe

Um in Deinen Fotos die Schärfentiefe mit der Blende steuern zu können, kannst Du entweder mit manueller Belichtung fotografieren oder die Blendenvorwahl (‹A› oder ‹AV›) nutzen.
Die manuelle Belichtung erscheint den meisten Anfängern schwieriger und aufwendiger, ist aber nach etwas Übung deutlich einfacher, zuverlässiger und vor allem schneller(!) als die Automatik. Wenn Du das etwas vertiefen willst, lies Dir meinen Artikel „Belichtungsautomatik? M-Modus?“ durch.

Kann man die Schärfentiefe nur mit der Blende beeinflussen?


Nein, die Schärfentiefe wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Die Sensorgröße, der Aufnahmeabstand, der Bildwinkel (durch die Brennweite gesteuert) und und die Blendenöffnung spielen dabei eine Rolle.
Und Du kannst Dir das auch recht einfach merken: großer Wert erzeugt große Schärfentiefe, klein erzeugt kleine Schärfentiefe, zumindest bei den meisten Vorgaben.

  • größerer  Aufnahmeabstand ➤ größere e Schärfentiefe
  • kleinerer Aufnahmeabstand ➤ kleinere Schärfentiefe
  • größerer  Bildwinkel (Weitwinkel, ‚herauszoomen‘) ➤ größere Schärfentiefe
  • kleinere Bildwinkel (Tele, ‚heranzoomen‘) ➤ kleinere Schärfentiefe
  • größere Blendenzahl (kleine Blendenöffnung) ➤ größere Schärfentiefe
  • kleinere Blendenzahl (großeBlendenöffnung) ➤ kleinere Schärfentiefe

Leider umgekehrt ist es bei der Sensorgröße, da bedeutet:

  • Kleine Sensorgröße (Bridge- oder Kompaktkamera) ➤ große Schärfentiefe
  • Große Sensorgröße (DSLR, System oder Vollformatkameras) ➤ kleine Schärfentiefe

In der Praxis steht Dir aber oft nur die Blende zum Steuern der Schärfentiefe zur Verfügung.
Die Größe des Sensors kannst Du ja nicht beeinflussen, er ist fest eingebaut.
Und die Kombination von Aufnahmeabstand und Brennweite brauchst Du, um das für die Bildgestaltung ebenfalls sehr wichtige Verhältnis Vorder- zu Hintergrund zu steuern. (Siehe Tipp2)
Zwar empfehlen öfter meine „Erklärbär-Kollegen“, daß man die Schärfentiefe mit dem Aufnahmeabstand und der Brennweite steuern könnte, aber sie übersehen dabei leider, dass man dann nur noch sehr eingeschränkt Einfluss auf die räumliche Wirkung des Bildes nehmen kann.

Weil die anderen Möglichkeiten zur Beeinflussung also meistens bereits aus technischen oder gestalterischen Gründen vergeben sind,  steht Dir zum Steuern der Ausdehnung der Schärfentiefe eigentlich nur noch die Blende zur Verfügung.

Aus dem Grund wird oft (etwas verkürzend) gesagt: „Die Blende steuert die Schärfentiefe.“


Du willst nicht alleine üben? - Dann komm zu mir!

Vor dem Urlaub solltest Du ein wenig üben, damit Du im Urlaub fit bist mit der Kamera. Alleine macht das aber keinen richtigen Spaß. Und wer hilft Dir, wenn es mal nicht wie geplant klappt? Willsz Du für jede Frage wieder ein neues Youtube-Video suchen? Das muss doch besser gehen!
Und es geht auch besser: Komm in meinen Fotokurs!
Informationen und Anmeldung findest Du auf der Website zu meinen Fotokursen zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de anbiete.


Preiswerte Alternativen für wenig Schärfentiefe

Objektive mit hoher Lichtstärke, also der Möglichkeit, die Blende weit öffnen zu können (das wird durch eine kleine Blendenzahl angezeigt), lassen eine viel stärkere Unschärfe zu. Sie sind aber meist ziemlich teuer, dazu würde ich Dir nur raten, wenn Du so etwas unbedingt benötigst.

Eine erfreuliche Ausnahme bilden die Brennweiten um 50mm. Bei einigen Herstellern erhält man sie mit relativ großen Blendenöffnungen von 1.8 recht preiswert.
Diese Objektive sind eine gute Kombination von Preis und Leistung und meine Empfehlung, wenn Du in die Welt der Fotografie mit geringer Schärfentiefe einsteigen willst.

50mm 1.8 bei Amazon(*) von
Canon
Yongnuo (für Canon)
Nikon
Yongnuo (Für Nikon)
Sony E-Mount
Sony A-Mount
(Wenn Du ein Objektiv über diese Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne das Du mehr bezahlen musst. Du kannst mich so also unterstützen, ohne dass es Dich etwas extra kostet. Ein klassisches Win_Win also. ;-)
Aber wenn Du einen netten Fotohändler hast oder das Objektiv woanders billiger bekommst, dann kauf ruhig da.)

An den häufig verwendeten Kameras mit Sensoren im APS-C Format sind diese Brennweiten auch großartige für Portraits geeignet. Wenn Du das noch etwas vertiefen willst findest Du in meinem Blog weitere Informationen zu „Das richtige Objektiv für Portraits“ und zu „Warum wird so oft ein 50mm-Objektiv empfohlen?

Ohne Objektivwechsel

Kompakt- und Bridgekameras werden gerade für Urlaubsfotos gerne verwendet. Aber sie haben oft einen kleinen Sensor und somit relativ viel Schärfentiefe.
Um auch an diesen Kameras mit der Schärfentiefe eingreifen zu können, wirst Du zwei Punkte beachten müssen. Du musst erstens die Blende soweit wie möglich öffnen (kleine Zahl). Und Du solltest mit langer Brennweite („rangezoomt“) nah an das Objekt herangehen und aus kurzer Distanz fotografieren.

Aber wie schon in dem Einschub oben beschrieben, verlierst Du dadurch die Möglichkeit, die Darstellung der Räumlichkeit in Deinen Bildern zu steuern. Dadurch sind Deine Möglichkeiten der Bildgestaltung in Bezug auf Vorder- / Hintergrund also etwas eingeschränkt, aber da der Hintergrund ja eh unscharf werden soll, ist das vielleicht gar nicht so schlimm.

Wenn man die Auswirkung der  beiden Werte (Brennweite / Abstand) vergleicht, ist die längere Brennweit fast immer stärker in ihrem Einfluss auf die Schärfentiefe als der kurze Aufnahmeabstand. Wenn Du kleine Schärfentiefen willst, solltest Du in deshalb erster Linie „heranzoomen“ und nur zusätzlich noch den Aufnahmeabstand verändern.
Probier es aus:

Üben

Damit die Bilder im nächsten Urlaub wirklich besser werden, solltest Du nicht nur lesen, sondern vor allem üben, üben, üben. Nur dann sind die nötigen Handgriffe Dir auch in Streßsituationen klar. Und für den Gestaltungsmuskel ist das Training ebenfalls wichtig. Die folgenden Aufgaben sollen Dir dabei helfen.
Denk daran: wenn Du erstmal in der Situation bist, ist es zum Üben zu spät! ;-)

Schärfentiefe testen
Fotografier in einer gut beleuchteten Situation (sonniger Tag draußen) Objekte vor Hintergrund. Fang mit etwas kleinem aus der Nähe mit engem Bildwinkel (langer Brennweite, reingezoomt) und und deutlich weiter entferntem Hintergrund an.Fotografiere es mit den verschiedenen Blendeneinstellungen.
Die Blende solltest Du jeweils um einen vollen Wert (drei Drittelschritte) verändern. Entweder in Blendenvorwahl („A“ oder „AV“) oder in manueller Einstellung.
Ändere dann beim nächsten Mal einen einzelnen Wert.
Geh also weiter weg oder nimm einen größeren Bildwinkel oder einen deutlich näheren Hintergrund. Und fotografier die Blendenreihe jedesmal noch einmal.
Probier das mit allen Werten aus, die Du beeinflussen kannst,


An der Stelle darf ich vielleicht noch ein bisschen Eigenwerbung machen: Die für Urlaubsfotos relevanten Themen wie Belichtung, Automatiken und Belichtungskorrektur,  aber auch Brennweite, Bildgestaltung und Bildbearbeitung sind ein wichtiger Teil meiner Fotokurse zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de anbiete.

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Und wenn Du meinst, ich hätte das nicht verdient, dann lässt Du es eben. ;-)

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2 thoughts on “Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 4 – Bildgestaltung vereinfachen

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