Hilfe, die Kamera löst nicht aus.

Warum blockiert der Auslöser?

„Meine Kamera will nicht fotografieren“, „Die Kamera macht keine Fotos.“, „Ich kann nicht auslösen.“ oder „Meine Kamera blockiert den Auslöser.“ usw.
Unter den typischen Fragen von Fotoneulingen sind das schon echte Klassiker.
Natürlich kommen verschiedene Ursachen in Frage, vom leeren Akku bis hin zur vergessenen Speicherkarte.
Der häufigste Grund hängt aber meiner Erfahrung nach mit dem Autofokus zusammen.

In den meisten Kameras, mit denen ich zu tun hatte (und das sind durch die ganzen Jahre mit meinen Fotokursen sehr viele verschiedene Modelle) gibt es eine spezielle Grundeinstellung für den Autofokus.
Diese ist bei der Auslieferung aktiv und wird von Fotoanfängern anscheinend nur selten geändert.
Mit dieser Funktion soll sichergestellt werden, dass gerade auch dann, wenn ein unerfahrener Fotograf die Kamera verwendet, möglichst nur scharfe Fotos (im Sinne von richtig fokussiert) aufgenommen werden.

Warum gibt es diese Funktion?

Unscharfe Bilder werden in der Regel als Fehler der Kamera angesehen. Wenn ein Bild unscharf ist, dann heißt es oft schnell: „Meine Canony macht viel öfter unscharfe Fotos als die Panakon von meinem Onkel.“ Und das ist schlecht für Canony, denn diese Kameras werden dann nicht so oft empfohlen, bzw, es wird von ihnen sogar abgeraten.
Und so scheinen die Hersteller zu versuchen, unscharfe Bilder einfach komplett zu vermeiden. Unter anderem, in dem der Auslöser blockiert wird, wenn nicht wenigsten eines der Autofokusmessfeld eine scharfe Abbildung signalisiert.

Falls dann überhaupt kein „richtig fokussiert“ erkannt wird, kann der Kunde wegen des blockierten Auslösers zwar gar kein Bild machen, aber das ist aus Sicht des Herstellers anscheinend nicht so schlimm.
Denn der Kunde wird den Fehler dann vermutlich bei sich selber suchen („Irgendwas habe ich wohl falsch eingestellt.“) und nicht, wie bei einem unscharfen Bild, die Kamera verantwortlich machen.

Der schwarze Peter (spielt das heute überhaupt noch jemand?) liegt dann beim Kunden und der Hersteller ist damit aus dem Schneider.

Auslöser

Ob zumindest ein Teil eines Bild richtig fokussiert ist, erkennt die Kamera daran, dass in mindesten einem der jeweils zur Verfügung stehenden Autofokusmeßfelder „Schärfe“ erkannt wird.
Aber nicht immer kann die Kamera diese Überprüfung mit positivem Ergebnis durchführen. Manchmal ist es einfach zu dunkel, gerade preiswertere Modelle brauchen ausreichendes Licht für den Autofokus. Oder es mangelt an kontrastreichen Bildbereichen, auch dann scheitert der AF häufiger.
In solchen Fällen „vermutet“ die Kamera dann, dass ein gänzlich unscharfes Bild erzeugt würde. Und dann wird eben der Auslöser blockiert.

Oft kann man das Problem auch direkt hören. Der Autofokusmotor fährt die Fokussierung im Objektiv mehr oder weniger geräuschvoll vor und zurück. Wenn dabei für die Kamera keine Fokussierung möglich bzw. erkennbar ist, dann läuft der AF ein- oder zweimal hilflos surrend-suchend hin und her und stoppt dann.
Da die Kamera keine Schärfe erkennt, wird der Auslöser dann den Einstellungen gemäß  blockiert. Prima für den Hersteller (Mit meiner „Canony“ ist nie ein Foto unscharf!“), aber blöd für den (unerfahrenen) Fotografen.

In eigener Sache:
Der nächste Termin zu meinem Grundlagenkurs Bildbearbeitung ist am Sonntag 18.08.24.
Es wird dann im Schwerpunkt um die Ausarbeitung von RAW-Dateien und um die sinnvolle Verwaltung der Bilder gehen, in erster Linie wird Lightroom (Classic) zum Einsatz kommen.
Natürlich ist auch Zeit für Fragen der Teilnehmer.
Zur Nacharbeit stelle ich umfangreiches Material in Form von Videos zur Verfügung und stehe regelmässig bei meinen (Online-) Fototreffen für Fragen zur Verfügung.
Informationen und Anmeldung

Danke für die Aufmerksamkeit.

Ursachen

Um in einem solchen Fall doch noch zu einem Foto zu kommen, muss man zuerst die Ursachen erkunden. Es gibt verschiedene Gründe warum der AF nicht funktioniert. Auf diese werde ich in den folgenden Absätzen eingehen
Eine defekte Kamera lasse ich hier aber mal als Idee direkt aussen vor, das wäre dann doch zu schade. Und dass der Akku ausreichend voll, ein passendes AF-Objektiv montiert und eine funktionierende Speicherkarte vorhanden sein sollte, setze ich ebenfalls voraus.
Also, woran kann es dann liegen? Schauen wir uns einige mögliche Ursachen an.

Falsches Autofokusfeld gewählt

Illustration zu: Autofokusmessfelder

Hier ist an einer Canon das mittlere AF-Feld aktiv

Manchmal vergisst man einfach, ein für eine besondere Aufnahme speziell ausgewähltes AF-Feld wieder auf den gewohnten Standard zurück zu stellen. Oder die Verstellung passierte sogar ungewollt und unbemerkt.

Die Einstellung für das aktive AF-Messfeld (oder eine Gruppe von Messfeldern) lässt sich an manchen Kameras leider sehr leicht versehentlich und sogar mehr oder weniger unbemerkt verstellen.
Oft wird das Feld über eine Kreuzwippe oder eine kleinen „Joystick“ auf der Kamerarückseite gewählt. Wenn man da versehentlich dran kommt, ist mit etwas Pech auf einmal der falsche Bereich ausgewählt.

Bei einer meiner Kameras mit Touchscreen kann das leider auch beim Blick durch den Sucher passieren. Da habe ich dann ruck-zuck und mehr oder weniger unbemerkt mit der Nasenspitze ein falsches AF-Feld ausgewählt.

Wenn der AF dadurch dann einen Bereich z.B. ganz oben am Bildrand berücksichtigt, kann die Kamera im blauen Himmel eines Landschaftsfotos nicht erkennen, ob richtig fokussiert wurde. Der AF findet keine Kontraste, keine Kanten, er ist dann quasi blind.
Und als Folge wird der Auslöser dann blockiert.

Mit diesem Knopf aktiviert man die Wahl des AF-Feldes an einer Canon DSLR.
Die eigentliche Verstellung erfolgt dann je nach Kamera mit dem Einstellrad oder einem Joystick — hier in der Unschärfe unten rechts zu sehen) — oder per Touchscreen

Manche Kameras haben zur Auswahl (und zur Anzeige) der AF-Felder spezielle Knöpfe, bei anderen geht das über das Quickmenu. Die meisten Modelle blenden das jeweils aktive AF-Feld (bzw. die Felder) bei halb gedrücktem Auslöser im Sucher bzw. auf dem Display an.

Quickmenu

Was ist das Quickmenü?

In meinen Grundlagen-Fotokursen habe ich häufig mit Fotoeinsteigern zu tun. Die kennen sich natürlich noch nicht so mit den verschiedenen Möglichkeiten ihrer Kameras aus. Und da erlebe ich häufig, wie schon fast verzweifelt versucht wird, in den oft unübersichtlichen Tiefen der Kameramenüs wichtige Einstellungen wie Weißabgleich oder Bildfolge oder … zu finden.

Und es stimmt ja auch, an Digitalkameras gibt es viele verschiedene Funktionen, die man einstellen kann oder muss. Einige Einstellungen werden sehr häufig benötigt, andere sind eher unwichtig.

Glücklicherweise muss man aber nicht jedes mal ins unübersichtliche verschachtelte Menü.
Um nicht jedesmal, wenn man eine Einstellung ändern möchte, ins Menü wechseln zu müssen, haben viele Kameras Schalter für den direkten Zugriff auf Weißabgleich, Blitz, Autofokus, etc.pp.
Aber diese vielen Tasten benötigen Platz auf der Kamera und der ist gerade bei den kleineren Modellen knapp.
(Außerdem erscheint Einsteigern ein Gehäuse mit vielen Schaltern als kompliziert. das ist aus   aus Sicht der Marketingleute schlecht. Also werden die Schalter im Design einfach weggelassen.)

Als Alternative zu der Steuerung über Schalter und Tasten gibt es deshalb häufig ein sogenanntes Quickmenü, das auf dem Display und machmal auch im Sucher (bei den „Spiegellosen“, den DSLMs) die wichtigsten Werte und Einstellungen anzeigt.
Dadurch hat man nicht nur eine komfortable Übersicht der aktuell gewählten Werte der wichtigsten Einstelloptionen, sondern kann mit dem Touchscreen (Joystick / Kreuzwippe / Einstellrad / …) einzelne Werte anwählen und ändern.

Leider gibt es aber keinen einheitlichen Weg, das Quickmenu aufzurufen.
Bei vielen Nikon DSLRs bekommt man mit Druck auf die „i“ Taste zuerst die Übersicht der Einstellungen und mit einem weiteren Druck die Möglichkeit einzelne Werte auszuwählen und anzupassen.

Bei einigen Canonkameras gibt es für diesen Zweck eine „Q“ Taste. Bei anderen ist es ein Druck auf den „Joystick“, der zum Quickmenu führt.

Illustration zu "Onscreendisplay" an einer Olympus mFT Kamera

Das „Quickmenu“ einer Olympus. Hier heißt „AF-S“ zur Abwechslung mal „S-AF“. Und neben der AF-Modus-Einstellung ist zu sehen, dass das mittlere AF-Feld (von 81 Bereichen) aktiv ist.“

Um das oben abgebildete Quickmenu an meiner derzeitigen Lieblingskamera Olympus Pen-F (*). zu finden, muss die Taste in der Mitte der Kreuzwippe gedrückt werden („OK“).
Bei den Systemkameras von Panasonic trägt der zuständige Knopf die Bezeichnung „Q.Menu“.

Nachtsicht

Die Autofokusmeßfelder brauchen eine Mindestmenge an Licht. Das Fokussieren im Dunklen ist zwar über die Jahre immer besser geworden, aber weiterhin gilt, dass es bei zu wenig Licht mit dem AF schwer wird. Wenn also das Motiv schlecht beleuchtet ist und/oder zu wenig Kontraste bietet, kann das der Grund für einen blockierten Auslöser an der Kamera sein.
Egal ob Sternenhimmel oder Polarlicht, gerade bei Nachtaufnahmen verzweifelt der Autofokus, besonders der  von Einsteigerkameras, leider häufig.

In dem Fall kann man versuchen, ein etwa gleich weit entferntes, aber besser beleuchtetes bzw. kontrastreicheres Ersatzmotiv anzupeilen. Im Falle des unendlich weit entfernten Nachthimmels kann das ein Kirchturm am Horizont oder ähnliches sein.
(Mehr zum Vorgehen weiter unten.)

Zu nah

Ein weitere Ursache kann darin liegen, dass der Abstand Kamera-Motiv kleiner ist, als es das Objektiv zulässt. Die meisten Objektive haben eine Grenze für die kürzeste Distanz, aus der noch fotografiert werden kann, die Naheinstellgrenze.
Wenn man diese unterschreitet, kann die Kamera nicht mehr fokussieren, der Auslöser wird dann, je nach Grundeinstellung, blockiert.

Erste Lösung

Die meisten Kameras haben verschiedene Arten, wie der AF arbeitet. Zum Beispiel mit aktivierter Schärfepriorität, die den hier beschriebenen Fehler hervorruft (Der Auslöser wird nur freigegeben, wenn Schärfe erkannt wurde) .
Das Gegenstück ist die Auslösepriorität, bei der sich die Kamera auch dann auslösen lässt, wenn keine Schärfe erkannt wurde.

Theoretisch würde es also einfach reichen, die Auslösepriorität einzustellen, um auslösen zu können. Aber diese Lösung passt nicht immer.
Denn an vielen Kameras ist die direkte Wahl zwischen Schärfe- und Auslösepriorität nicht möglich .
Statt dessen muss man zwischen zwei verschiedenen Autofokusmodi wählen, dem AF-S Modus (je nach Hersteller auch als S oder OneShot bezeichnet)  und dem AF-C Modus (auch C oder AI-Servo)
AF-S (S/OneShot) bedingt dann meist Schärfepriorität, AF-C (C/AI-Servo) dagegen Auslösepriorität.

Und außerdem: Egal wie man die Auslösepriorität einstellt, das grundlegende Problem bleibt, es ist dann ja nicht sicher, ob das Bild scharf wird.
Aber wir wollen beides, ein richtig fokussiertes Bild und die Möglichkeit auslösen zu können.

Die AF Modi - etwas ausführlicher

1) Autofokus mit AF-S / S / One Shot

Illustration zu "One Shot"

Bei Canon heißt der „AF-S“-Modus „One Shot“

Der Modus für statische Motive heisst bei den meisten Herstellern „AF-S“  oder „S-AF“ oder auch nur nur „S“ oder „One-Shot“.
In dieser Einstellung versucht der Autofokus, auf das automatisch gewählte oder von Dir festgelegte (siehe weiter unten) Autofokusfeld zu fokussieren.
Wenn der AF dann einmal die richtige Einstellung gefunden hat, bleibt er auf dieser Entfernung stehen.
Dieser Modus ist häufig fest mit der Schärfepriorität gekoppelt.

Das Verfahren ist sehr genau, aber nicht für sich nicht entlang der Schärfeebene bewegende Motive geeignet. Falls sich nach dieser ersten Fokussierung der Abstand noch verändert, versagt er.
Dein Hund, der auf Dich zu läuft oder Dein Freund, der mit dem Fahrrad auf Dich zu fährt, werden dann evtl. nach dem Fokussieren aber vor dem Auslösen in die Unschärfe geraten.

Der AF-S / One Shot Modus ist für statische Motive (mit erkennbaren Kontrasten / Konturen / Strukturen) gut geeignet. Er ist also die erste Wahl für Landschaften, Portraits, Architektur, Sachaufnahmen und ähnliche Fotothemen. Bei entsprechenden Szenenprogrammen wie Landschaft oder  Portrait schalten die Kameras meist automatisch in diesen Modus.
Für Aufnahmen von sich nähernden oder entfernenden Motiven ist er nicht gut geeignet.

2) AF-C / C / AI Servo

… und AF-C heißt hier AI Servo

Sollte sich die Entfernung zum Objekt durch dessen Bewegung (oder auch die Bewegung der Kamera) ändern, kommt es mit AF-S zu Problemen.
In solchen Fällen ist es besser, wenn Du auf „AF-C“ (für continous, kontinuierlich, heisst manchmal auch „C-AF“ oder nur „C“ oder „AI Servo“) umschaltest.

Die Kamera versucht dann kontinuierlich zu fokussieren, so dass Änderungen der Entfernung bis zum Moment des Auslösens berücksichtigt werden.
Manche Kameramodelle errechnen sogar die während des Auslöseprozesses vermutlich weiter stattfindende Entfernungsveränderung und planen diese bei der Fokussierung direkt mit ein.

Der AF-C ist meist mit der Auslösepriorität gekoppelt. Du kannst mit dieser Einstellung also jederzeit auslösen, auch dann, wenn der AF nicht sicher ist, richtig fokussiert zu haben.
Dadurch steigt natürlich aber auch die Gefahr unscharfer Bilder.
Bei statischen Motiven solltest Du deshalb auf diesen Modus verzichten. Aber bei Sportmotiven und anderen Aufnahmesituationen mit kontinuierlich wechselnden Abständen zwischen Kamera und Motiv ist AF-C / AI Servo das AF Programm der Wahl.
Und so schalten die meisten Kameras, wenn das Szenenprogramm Sport verwendet wird, auch auf AF-C um.

Halbgare Lösung

Natürlich könnte man auch auf die Idee kommen, in solchen Situationen, wenn der Auslöser wegen des AF streikt,  ganz auf manuellen Fokus umzusteigen. Aber es gibt gute Gründe, dass nicht zu machen.

Die Mattscheiben der meisten DSLRs und auch  die Sucher/Displays spiegelloser Systemkameras sind fürs manuelle Fokussieren nicht optimal. Sie zeigen die Schärfeverteilung nicht mehr so deutlich an, wie die Mattscheiben der Vor-AF-Ära. Und die Sucher vieler typischer Einsteigerkameras sind oft recht klein, das macht das manuelle Fokussieren nicht leichter.

Viele  AF-Objektive sind ebenfalls nicht optimal ans manuelle Fokussieren angepasst. Gerade die typischerweise als Beifang erworbenen Kit-Objektive (häufig Zooms mit nicht sehr hoher Lichtstärke) lassen sich nicht so gut einstellen wie klassische manuell zu fokussierende Objektive.

Die Fokuswege sind viel kürzer und die ganze Mechanik ist sehr „wabbelig“. (Eine schwergängige Fokussierung würde den AF-Motor verlangsamen und den Akku belasten.)
Die Entfernungseinstellung lässt sich deshalb meist nicht so präzise handhaben wie an einem Objektiv, dass speziell fürs manuelle Fokussieren gedacht ist.
Ich würde also eher davon abraten, mit einer solchen Kamera und einem solchen Objektiv manuell fokussieren zu wollen.

Natürlich kannst Du ein älteres, noch manuell zu fokussierendes Objektiv („Altglas“) an Deine spiegellose Systemkamera (DSLM) adaptieren (das geht ja bei zahlreichen Modellen mit preiswerten Adaptern recht einfach).
Und natürlich gibt es auch Objektive, die neben dem AF-Modus auch noch eine „echte“ manuelle Fokussierung zulassen. Einige meiner Olympus-Objektive weisen dazu einen speziellen, für den MF-Modus zuschaltbaren Einstellring mit Entfernungsskala und Schärfentiefenskala auf.
Und vermutlich gibt es so etwas auch von anderen Herstellern. In Kombination mit der hilfreich kleinen Schärfentiefe dank höherer Lichtstärke und einem guten Sucher/Display kann das eine gute Lösung fürs manuelle Fokussieren sein.
Viele DSLMs werden Dich beim Fokussieren dann auch mehr oder weniger effektiv unterstützen können (z.B. mit Focuspeaking).
Aber dank des fehlenden Autofokus betrifft Dich dann das oben geschilderte Problem des blockierten Auslösers in dem Fall ja von vornherein gar nicht. ;-)

Bessere Lösungen

Gehen wir mal etwas systematischer vor.
Überprüfe als erstes, welche Autofokusfelder überhaupt aktiv sind. Sollte versehentlich ein Bereich im blauen Himmel oder an einer anderen unstrukturierten Fläche als aktiv festgelegt sein, findet die Kamera keine Anhaltspunkte zum Fokussieren und Du kannst (ja nach Einstellung) nicht auslösen. In dem Fall schalte auf die automatische Wahl um oder wähle selber ein passenderes AF-Feld

Wenn die Kamera bei automatischer Wahl des AF-Bereichs kein gutes Feld findet, solltest Du die AF-Felder Deiner Kamera gezielt nutzen. Also die automatische Auswahl des AF-Feldes deaktivieren und auf ein einzelnes Feld umstellen.
Bei vielen Kameramodellen (speziell älteren DSLRs) ist das mittlere AF-Feld das mit der besten Leistung, also empfiehlt es sich, darauf zu wechseln. Und damit das scharf abzubildende Motivdetail anvisieren.

Wenn dieses Detail zu dunkel oder zu strukturlos ist, kann der AF daran scheitern.
Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Diese hilft dann auch dabei, langweilige Bilder zu vermeiden.
Die entstehen oft durch einen auf die Bildmitte ausgerichteten Bildaufbau. Und das wäre die direkte Konsequenz, wenn Du das mittlere AF-Feld verwenden willst. Denn dann musst Du ja das zu Fokussierende (und das ist in der Regel das Wichtigste) in die Bildmitte nehmen.

FTR

Die Lösung ist in beiden Fällen ein Verschwenken des Bildausschnitts nach der Fokussierung. Das wird FTR genannt (Focus Then Recompose).
Es ist dann aber wichtig, dass Du den passenden AF Modus wählst. Stell ihn auf AF-S, dadurch bleibt die bei halb gedrücktem Auslöser gefundene Fokussierung bis zum vollständigen Betätigen des Auslösers erhalten.
Und dann pass den Bildausschnitt an Deinen Wünsche an, der AF bleibt dank AF-S richtig eingestellt — solange Du den Auslöser gedrückt hältst, bei AF-C würde beim Schwenken dagegen ständig der Fokus an das im aktiven Bereich befindliche Motivdetail angepasst.

Wenn Dein ursprüngliches Fokusziel zum Fokussieren ungeeignet ist, kannst Du nun mit FTR auf ein Ersatzdetail in ungefähr gleicher Entfernung ausweichen.
Und um die manchmal für die Gestaltung langweilige Mittenausrichtung  zu vermeiden, kannst Du erst fokussieren und danach den Ausschnitt suchen.

Wenn Du bei speziellen Aufnahmen z.B. des Sternenhimmels oder von Polarlichtern die Entfernung für längere Zeit konstant halten willst, kann Du nach korrekter Fokussierung den AF einfach ausschalten.
Wenn Du dann selber auch nicht mehr am Fokusring drehst, bleibt alles wie gewünscht.

Unendlich

Vorsicht, wenn Du unendlich weit entfernte Objekte fotografieren willst. Dann könnte man ja auf die Idee kommen, den Entfernungsring bei deaktiviertem AF einfach bis zum  Anschlag zu drehen. Das kann aber schief gehen, gerade AF-Objektive lassen oft eine Einstellung „hinter unendlich“ zu, was auch immer da sein mag.
Auf das ♾️ Symbol zu stellen, ist auch nicht immer zielführend, manches Mal stimmt die Justierung nicht.
Dann kann man auf entfernte Objekte am Horizont, z.B ein hohes Gebäude fokussieren.


3 thoughts on “Hilfe, die Kamera löst nicht aus.

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  2. t.Uhl

    bin bei der recherchensuche auf ihre seite gekommen.

    bin ein wenig verzweifelt.

    meine kamera canon eos 350 d mit einem tamron a70-300 f/4-5.6di
    ausgestattet bringt mir im moment bei brennweiten über 200 o.210 mm
    fehler 99.
    kann das an einstellungen liegen?????

    vielleicht können sie mir helfen, habe sorgen das mein lieblingsobj. defekt ist.

    wie gesagt funktioniert nur unter 210 mm

    ach so noch was wenn ich ins dunkle fotografiere, dann geht es oft auch
    bis 300

    währe super toll wenn sie mir helfen könnt.

    p.s. obj hat vorher keine zicken gemacht.

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