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Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 10 – Schwarzweiß

Schwarzweißfotografie im Urlaub?

Schwarzweißfotografie und Urlaub? Das geht ja gar nicht, oder?
Doch, Schwarzweiß im Urlaub, das geht. Sogar recht gut. (So habe ich schließlich früher fast alle meine Urlaube fotografieren dürfen/müssen. Farbfilm war für einen armen Schüler/Studenten zu teuer.)

Allerdings gibt es ein paar Punkte bei der Gestaltung zu berücksichtigen, damit es nicht nur einfach langweilige farblose Bilder werden. Und auch technisch (in Bezug auf Kameraeinstellung und Ausarbeitung) solltest du für Schwarzweißfotos das eine oder andere beachten. 

Urlaub ohne Farbe?

Der blaue Himmel, die bunten Strandkörbe, Mohn und Lavendel, das Grün der Almwiesen, pastellfarbene Häuser, rote Doppeldeckerbusse und flaschengrünes Meer, alles das schreit ja regelrecht nach Farbfotos.

In der Frühzeit der Farbfotografie haben manche Fotografen, damit sich der Farbfilm auch wirklich lohnt, sogar extra etwas Buntes mitgenommen. Man wusste: der Eiffelturm in trübem Wetter, das ist relativ farblos.
Die mitgereiste Ehefrau bekam deshalb am ersten Urlaubstag ein rotes Kopftuch mit „Paris“-Aufdruck geschenkt, damit auch an trüben Tagen auf Bildern vom Eiffelturm ein Farbfleck beweisen konnte, dass da Farbe war.

Ein vergessener Farbfilm war zu der Zeit schon ein kleines Drama, ganz so wie es die junge Nina Hagen (hier sinnigerweise in Schwarzweiß) besang.

Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael
nun glaubt uns kein Mensch, wie schön es hier war

Urlaub sollte halt lustig und abwechslungsreich, erholsam und sonnig sein — kurz: B U N T !  Und so war es dann (zumindest als die Farbfilme endlich bezahlbar waren) selbstverständlich, dass zum Urlaubsgepäck Farbfilme gehören. Man wollte sich ja hinterher erinnern und den Daheimgebliebenen auch zeigen können wie toll der Urlaub war. (Nina Hagen: „… nun glaubt uns kein Mensch, wie schön es hier war …“)

Diese Zusammengehörigkeit von Urlaub und Farbfotografie war für viele quasi naturgegeben und hat sich in die digitale Fotowelt gerettet. Auch da wird weit überwiegend in Farbe fotografiert. Eigentlich ganz on Ordnung so. Aber ist es wirklich immer sinnvoll? Oder gibt es auch Gründe gegen Farbe und für SW.

Warum überhaupt Schwarzweiß?

Es gibt ganz unterschiedliche Situationen, in denen SW eine Alternative zu Farbbildern bietet. Gerade der oben erwähnte trübe Tag mit einem langweiligen grauen Himmel und tristen Farben kann so ein Fall sein. Der wirkt auf Farbbildern oft recht blaß und unattraktiv. 
Auf Schwarzweißfotos fällt dieser langweilige Himmel natürlich gar nicht so negativ auf. Im Gegenteil, er kann durch seine homogene Fläche sogar die Wirkung des Fotos unterstützen.

An solchen trüben Tagen, herrscht oft auch ein kühle Farbstimmung, da kann der SW-Modus eine gute Alternative sein. Er zeigt ja eben nicht diese evtl. unerwünschte kühle Farbigkeit (die natürlich durchaus auch ihren Reiz haben kann) sondern löst sie in Graustufen auf.

Aber auch andere Motive können durch SW gewinnen. Schwarzweiße Fotos leben gestalterisch von Kontrasten und Licht, gerade das Spiel mit tiefen Schatten und strahlendem Licht funktioniert in schwarz-weiß wunderbar. Wenn bei Silhouetten die Lichter überstrahlen, ist das in Farbe eher minderschön sind. („Minderschön“ ist doch viel freundlicher als „häßlich“, oder? ;-) )

Illustration zu Rotfilterung in der SW Fotografie

Auch sonnige Tage funktionieren in Schwarzweiß. Hier mit mehr Drama im Himmel durch eine leichte Rotfilterung. Die kann während der Aufnahme mit einem Filter vor dem Objektiv stattfinden. Oder nachträglich, bei der Ausarbeitung der Bilder. Dann müssen aber noch Farbinformationen vorhanden sein – siehe weiter unten.

Und auch das sich durch den Tag hinweg ändernde Sonnenlicht kann in SW anders genutzt werden. 
Zwischen elf und drei hat der Fotograf frei!
Diese Empfehlung (die auch schon mein Opa kannte) bezieht sich in erster Linie auf das manchmal ungünstige und oft langweilige, fast senkrecht fallende Mittagslicht. Sie gilt vor allem für Motive, deren Ausrichtung zur Sonne man nicht ändern kann: Landschaften und Stadtansichten/Architektur.

Warum soll ich denn nicht auch mittags fotografieren?

Am Morgen oder Abend ist das Sonnenlicht wegen seines langen schrägen Wegs durch die Atmosphäre (und durch den dann auch öfter auftretenden Dunst)  meist ein wenig gestreut und damit weicher.

Im Mittagslicht dagegen gibt es durch den kurzen Weg der Sonne durch die Atmosphäre oft sehr hartes Licht, dass deutlich härtere Schatten macht. Das ist in Farbe eher von Nachteil, in SW dagegen können kontrastreiche Schatten ein wichtiges Mittel der Bildgestaltung sein.

Durch den direkten Lichteinfall von oben werden die Schatten auch sehr kurz und fallen nur nach unten. Das schräg einfallende Licht, das die Oberflächen von Landschaften und Gebäuden modelliert, gibt es dagegen eher morgens oder am Abend (oder im Winter).
Denk mal an die kleinen Wellen aus Sand am Strand. Mittags sind sie quasi überhaupt nicht zu sehen, weil das Sonnenlicht fast senkrecht fällt. Abends beim Sonnenuntergang heben sich sich dagegen durch Licht und Schatten deutlich voneinander ab und bilden ein Muster aus Licht und Schatten im sonst eher langweilig homogenen Sand.

Das kann man natürlich auch auf größere Landschaften übertragen. Ob es nun die Wellen im Sand oder die Hügel der Toskana sind, das macht da nur einen kleinen Größenunterschied. Die gestalterische Wirkung des flach einfallenden Lichtes ist die gleiche.

 

Illustration zu "Das langweilige Mittagslicht kann für Schwarzweißfootgrafie gut passen."

Das langweilige Mittagslicht kann für Schwarzweißfotografie dagegen gut passen.

In Farbe wirken solche Mittagsbilder oft unschön hart und knallig. In SW dagegen können gerade auch der hohe Kontrast der Beleuchtung und die harten Schatten ein schönes Stilmittel sein.

Schwarzweiß ist anders

Da die Farbe als ordnende und verbindende Kraft zur Gestaltung bei SW-Fotografie wegfällt, wächst die Bedeutung der anderen Gestaltungsmittel.

Illustration zu "Einstellung auf Monochrome an einer Canon 5DMKIV"

Monochrome Bildstileinstellung an einer Canon 5D MKIV . Hier kann man Vorgaben in Bezug auf Kontraste und Farben und Filterung mache, die sich dann auf SW-Bilder auswirken. (Nur auf JPEGs, für RAWs werden die Werte nur „vorgemerkt“)

Ob Flächenaufteilung, Kontraste, Linien oder das Spiel mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund, alle diese Gestaltungsmittel sind in der Schwarzweißfotografie mindestens ebenso wichtig wie in der Farbfotografie, eher noch wichtiger. Die Farbe dagegen kann man (sicherlich nicht überraschend) erstmal getrost ignorieren.

Leider fällt einem aber genau dieses Ignorieren der Farben bei den ersten Schritten in der SW-Fotografie in der Regel recht schwer.
Die Farbe bei der Bildgestaltung quasi wegzudenken erfordert einige Übung.

In der analogen Welt fiel das vielen schwer. Man sah das Motiv ja „nur“ in Farbe, das SW-Bild sah man erst, wenn es, evtl. Wochen später, aus dem Fotolabor kam — von Polaroid mal abgesehen.

In Dokumentationen über Dreharbeiten zu alten Filmen sieht man die Regisseure oder Kameraleute manchmal mit einem starken Filter, den sie vor ihr Auge halten. Das dient häufig als Hilfsmittel, um die Wirkung schwarzweißen Aufnahmematerials besser einschätzen zu können.

Vorschau

... mit dem Papst

Auch für Stadtansichten und „Street“ ist SW ein großartige Alternative.

Glücklicherweise gibt es mit der Digitalfotografie eine recht einfache Lösung um die Auswirkung der Schwarzweißeinstellung  zu beurteilen.
Wenn du die Kamera in den SW-Modus schaltest (z.B. im Menu unter „Bildstil“ oder im Quickmenu mit einem entsprechenden Icon), dann erhältst du bei den meisten DSLMs (spiegellosen Systemkameras) direkt ein SW-Vorschaubild im Sucher.
Bei DSLRs geht das wegen des anderen Suchersystems nur (und nicht immer) im LIve-View-Modus auf dem Display.
Oder du schaust Dir einfach zur Beurteilung der Einstellungen das Bild nach der Belichtung an, das geht mit allen Kameras.

So kannst du schon bei der Aufnahme überprüfen,  wie dein Motiv in SW wirkt. Und du kannst dann evtl. auch schon einige Einstellungen ändern, zum Beispiel den Kontrast oder die unterschiedliche Filterung der Farben (dazu mehr weiter unten.)

Aber Vorsicht!, wenn du in JPEG fotografierst, macht deine Kamera dann ab sofort nur noch farblose Bilder. Du solltest auf jeden Fall zusätzlich in RAW fotografieren. In der RAW-Datei sind dann trotz der SW-Einstellungen an der Kamera alle Bildinformationen unverändert aufgezeichnet.
Du hast die vollen bei der Aufnahme gespeicherten Daten – also mit Farbinformation – zur Verfügung und kannst sie später bei einer Interpretation der RAW-Datei verwenden, und sogar eine ganz andere SW Umsetzung erzielen.
Gerade die Umsetzung der Farben spielt dabei eine große Rolle.

Nur farblose Bilder oder Schwarzweiß?

Bis auf einige wenige Modelle (u.a. Leica bietet so etwas an, dazu mehr im folgenden Einschub) sind die meisten Kameras durch ihre Aufnahmetechnik gar nicht in der Lage, direkt in SW zu fotografieren.
Es entsteht vielmehr erst eine RAW-Datei mit den Farbinformationen, die dann in reine Helligkeitsinformationen, also die unterschiedlichen Graustufen des Schwarzweißbildes umgewandelt werden.

Die Kamera entfärbt das Bild im SW Modus oft nur. Es wird dann zwar ein JPEG mit den typischen drei Farbkanälen gespeichert, aber es gibt für jede der drei Grundfarben in der Datei den gleichen Wert. So ergeben sich die Grautöne.

Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Umsetzung der Farben in SW die Farbigkeit berücksichtigen würde. Durch das unkontrollierte Entfärben wird aber evtl. aus einem eigentlich kontrastreichen Motiv wie einem roten Apfel auf der grünen Wiese ein flaues Ton-in-Ton. Der Apfel ist ja in etwa so hell wie die Wiese und bekommt deshalb auch annähernd deren Grauton.

Illustration zu Schwarweißfotografie

Apfel in Farbe und SW, drei Varianten. Oben rechts automatisch umgewandelt, unten links mit Gelbgrün gefiltert, unten rechts mit Rot.

Früher hätte man da direkt bei der Aufnahme eingegriffen und z.B. mit einem roten Aufnahmefilter den Apfel hell und die Wiese dunkel gemacht. Oder mit einem gelbgrünen Filter die Helligkeiten umgekehrt.

Wenn man das bei der Aufnahme nicht bereits berücksichtigt, entsteht dagegen ein flaues Ton-in-Ton.

Der Vorteil der RAW-Datei ist nun, dass du auf dem Display zwar ein schwarzweißes Vorschaubild hast (und die SW-Wirkung des Motivs so bereits besser einschätzen kannst), in der RAW-Datei aber trotzdem ja noch alle Informationen zu den Farben vorhanden sind.

Diese Farbinfos kannst du dann später in der Ausarbeitung der RAW-Datei nutzen, um die Graustufen des roten Apfels  und der grünen Wiese unterschiedlich hell wiederzugeben.

Wie das geht, habe ich in einem anderen Blogbeitrag (inkl. Video) erklärt, siehe hier: „Schwarzweiß-Digitalfotografie – Umwandlung in der Kamera oder später?

Was man bei 'echten' Schwarzweiß-Kameras beachten sollte

Es ist natürlich toll, eine spezielle SW-Kamera zu haben, wenn man sie sich leisten kann. Aber es gilt dann auch ein paar Dinge zu berücksichtigen — wo Licht ist, da ist auch Schatten. 
Muss man einem Fotografen ja nicht erklären. ;-) 

Die meisten „normalen“ Kameras haben ja eigentlich auch „nur“ SW-Aufnahmesensoren. Die einzelnen Sensorelemente (das Gegenstück zu den Pixeln im Bild), können nur unterschiedliche Helligkeiten erkennen, sehen aber nicht, welche Farbe die jeweilige Helligkeit hat.

Die Farbe kommt erst mit einem Trick ins Bild. Vor die einzelnen Sensorelemente platziert man jeweils einen Farbfilter, so dass dort nur die Helligkeit einer Farbe gemessen wird.

Illustration zur Darstellung des Bayerpatterns

Schematisierte Ansicht eines Ausschnitts aus dem Bayerpattern eines Aufnahmesensors

Die benachbarten Sensorelemente haben jeweils andere Farben. In der Regel verwendet man ein (manchmal etwas modifiziertes) Muster aus roten, blauen und vor allem grünen Farbfiltern, das nach seinem Erfinder „Bayerpattern oder Bayermuster genannt wird.

Wenn man nun die Farben und die unterschiedlichen Messergebnisse einer Gruppe von Sensorelementen  zusammenfasst, kann man die durchschnittliche Farbe für die Fläche dieser Gruppe berechnen.
Und die verschiedene Gruppen kann man überlappend wieder neu zusammenfassen. Und so nach und nach die Farbe eines einzelnen Pixels erraten … durch „Demosaicing“ ermitteln.
Das ist natürlich nicht hundertprozentig präzise.
Wenn in der Folge diese erratenen Farben die Vorlagen für die SW-Umwandlung bilden, wird das den möglichen Fehler auch dorthin übertragen.
Einen Fehler, den man doch eigentlich nur in Kauf nehmen muss, wenn man Farbbilder haben möchte. 

Keine Fehler und etwas mehr Empfindlichkeit.

Das ist bei Kameras, die speziell für SW konstruiert werden, natürlich unnötig. Da kann man die Filterei nach Bayer einfach weglassen und bekommt dadurch auch noch ein deutlich besser aufgelöstes Ergebnis.
Und der Sensor wird sogar quasi empfindlicher, weil ja das komplette Licht ungefiltert bei ihm ankommt. 

… und der Nachteil

Auch auf die Gefahr hin, mich bei Leica-Freunden unbeliebt zu machen, das Verfahren hat einen deutlichen Nachteil: Die Farbfilter vorm Sensor fehlen!
Und so kennt man für einen Bildpunkt nur seine Helligkeit. Die Farbe dieses Punktes im Motiv  ist dagegen völlig unbekannt.
Dadurch kann eine farbabhängige Anpassung *nach* der Aufnahme nicht mehr durchgeführt werden. Mal eben im RAW-Konverter das Blau im Bild, also den blauen Himmel, in der SW-Version selektiv abzudunkeln, ist dann nicht mehr möglich.

Man muss bei solchen monochrom aufzeichnenden Kameras im Falle des Falles also schon direkt bei der Aufnahme einen Farbfilter vor der Kamera einsetzen und sollte deshalb am besten, wie zu den Zeiten des SW-Films, zusätzlich auch ein Päckchen Filter einpacken. 

Hilfreiche Kamerafunktionen

Gestalterisch ist es sehr hilfreich, wenn die Kamera in den schwarz-weiß Modus geschaltet werden kann. Das geschieht oft im Menu über den „Bildstil“, den man dann auf „monochrome“ setzen muss.

Wie schon oben geschrieben ist es ein Vorteil der Digitalkameras, das man die Wirkung von SW  direkt bei der Aufnahme sehen und die Tauglichkeit des Motivs für SW schon einigermassen einschätzen kann. Wenn man dann (zusätzlich) in RAW aufzeichnet, ist die Farbinformation zur späteren Ausarbeitung ja immer noch vorhanden.

Paris in SW, das passt.

Aber es geht noch weiter. Man kann an einigen Kameras aus verschiedenen Bildstilen für den Schwarzweiß-Modus auswählen. Und evtl. kann man sogar diesen Bildstil ganz individuell beeinflussen, zum Beispiel eine spezielle Farbfilterung vorwählen.

Wenn Du dann das Bild in JPEG und RAW abspeicherst, hast Du das beste beider Welten, zum einen ein schwarz-weißes Vorschau Bild auf dem Display der Kamera, das schon recht gut die Wirkung des späteren Bildes wiedergibt und evtl. schon für die meisten Zwecke ausreicht.

Trotzdem hast Du zum anderen über die RAW-Datei weiterhin den vollständigen Einfluss, um die SW-Umsetzung später, falls Du Dich noch anders entscheidest, zu ändern und das Motiv ganz anders aussehen zu lassen.

Und falls Du dann zwischendurch zur Abwechslung mal ein Farbbild machen möchtest, muss Du noch nicht mal zurück auf „BUNT“ schalten (also „monochrom“ auf aus). Denn Du kannst dann später ja einfach die RAW-Datei der SW-Aufnahme verwenden und diese kurzerhand in Farbe ausarbeiten.

Manche Kameras bieten sogar noch spezielle Funktionen für SW. So kann ich an einer meiner Lieblingskameras — einer Olympus Pen F (*) — das „Finetuning“ in SW noch weiter treiben.
Mit solchen Kameras kann man auch die Art und Intensität der Farbfilterung steuern. Und mit einer Gradationskurve besteht schon bei der Aufnahme die Möglichkeit, den Kontrast der Lichter, Schatten und Mittenbereiche beeinflussen.

Entwarnung! Glücklicherweise muss man das alles für Schwarzweißfotografie im Urlaub (und auch sonst) aber gar nicht haben (und einstellen). Für SW reicht es erst einmal völlig aus, wenn Du in RAW speicherst, um die Umwandlung später machen zu können.

Warum ich in SW zusätzlich zum RAW ein JPEG speichere

In den allermeisten Fällen fotografiere ich meine Motive auf RAW. Und zwar meist nur auf RAW. Den Platz für die JPEGs und auch die anschließende Arbeit mit der Verwaltung dieser Bilder spare ich mir. Denn ich kann die JPEGs ja bei Bedarf jederzeit mit einem Klick in Lightroom(*) aus den RAWs erzeugen lassen.

Aber die JPEGs fehlen manchmal trotzdem. Und das liegt an einer eigentlich sehr sinnvollen Funktion der Software.
Wie viele andere RAW-Programme zeigt auch Lightroom nach dem Import von RAW-Daten mit Vorschaubildern, wie die Fotos aussehen würden, wenn man sie nach dem aktuellen Stand der Ausarbeitungsvorgaben (dem „Entwicklungsrezept“) ausgeben würde (z.B. als JPEG exportieren).

Aber was ist der aktuelle Stand der Entwicklung, wenn die Ausarbeitung der RAWs durch den Fotografen noch gar nicht stattgefunden hat. Die RAWs wurden ja gerade erst frisch importiert?
In dem Fall wird eine (beim Import auf Wunsch veränderbare) Standard-Entwicklungsvorgabe angenommen und die Vorschauen werden nach dieser erzeugt.
Das passt in vielen Fällen, um einen Überblick über den Bildbestand  zu bekommen.

Aber nicht immer. 
Wenn ich nach dem Urlaub mit 3000 Bildern auf der Speicherkarte nach Hause komme und diese importiere, dann trenne ich Spreu vom Weizen erst, wenn die Bilder von der langsamen Speicherkarte auf der viel schnelleren Festplatte, heutzutage einer SSD, gelandet sind.
Für die RAWs hat LR dann bereits die eigenen Vorschauen gerechnet.
Und das leider auch für die Bilder, die eigentlich in SW sein sollten. Deren Vorschauen sind dann ebenfalls in Farbe und ich wundere mich, was ich da für einen bunten Müll zusammenfotografiert habe. Das ist Müll, also löschen.
Und zwei Wochen später frage ich mich, wo eigentlich die SW-Bilder hin sind. Dumm gelaufen…

Damit mir das nicht passiert, versuche ich, daran zu denken, bei einem Wechsel in den SW-Modus auf RAW plus JPEG umzustellen. Dann importiert LR die JPEGs und ich sehe die SW-JPEGs quasi als Warnung, das da noch etwas zu berücksichtigen  war.
(Wichtig: Dazu in den Voreinstellungen von LR unter „Allgemein“ den Haken bei „JPEG-Dateien neben RAW-Dateien als separate Fotos behandeln“ setzen. Sonst klappt das nicht)

Da ich häufig in Bilderreihen, in Serien und „im Flow“ fotografiere, ändere ich meine Grundeinstellungen der Kamera nicht bei jedem Auslösen. Der Wechsel von SW zu Farbe und zurück ist meist eine ziemlich drastische Änderung meines Fotografierens.
Da ist das gelegentliche Umschalten zwischen „zusätzliches JPEG“ und „kein zusätzliches JPEG“ kein großes Problem und ich vergesse es in der Regel nicht .

Mal einen Tag SW einschieben.

Illustration " Luxembourg in Schwarzweiß"Gerade im Urlaub hat man auch ein wenig Zeit, mal „‚was Neues“ auszuprobieren.
Wenn man (also du) dann dabei noch etwas Bildgestaltung lernen kann, umso besser.
Also, auch wenn du eigentlich gar kein SW machen willst, schnapp dir deine Kamera, stell sie morgens früh schon auf „monochrome“ und schieb mal einen Schwarzweiß-Tag ein.

Diese andere, neue Sicht hilft dir dann später auch bei der Gestaltung von Farbfotos. Du wirst  in SW manche Zusammenhänge der Gestaltung viel deutlicher sehen können, weil der sich über alles legende „Kleister“ der Farbe fehlt.
Und evtl. ist das ja ein Startpunkt für eine ganz andere, neue Sicht auf dein Hobby.
Probier es mal aus!

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Und wenn Du meinst, ich hätte das nicht verdient, dann lässt Du es eben. ;-)

201907281407


5 thoughts on “Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 10 – Schwarzweiß

  1. Pingback: Bessere Urlaubsfotos - erneut aktualisiert

  2. Hans-Peter Durand

    Fotografierst Du schon in Schwarzweiß?
    DH: Ja seit 1980! Obschon die neue Technik (digital) viel einfacher, besser, schneller und billiger ist. Ich kann es einfach nicht lassen. Wenn ich Zeit habe, steige ich in den Keller und entwickle meine Filme. Ja ich weiss es ist altmodisch. Aber es hat eine gewisse Magie, wenn ich den entwickelten Film nach dem Fixierbad sehe (ätsch alles elber gemacht! Das kann mir niemand nehmen).
    Welche Erfahrungen hast Du gemacht?
    DH: Mit dem klassischen Film? Sehr gute Erfahrungen! Mit der digitalen Fotograife? Sehr gute Erfahrungen! Alles zu seiner Zeit.
    DH: Hast Du noch Fragen zu SW?
    Ja! Ich will immer noch dazu lernen! Ein Grund Deinen Blog zu besuchen. der ist ehrlich; mach weiter so!

    Antworten
    1. Tom! Beitragsautor

      Danke für den Kommentar!
      Ich war die letzten fast zwanzig Jahre froh, nicht mehr in die Duka zu müssen, sondern mit dem Kaffee in der Hand im Hellen am Rechner Bilder ausarbeiten zu können.
      Aber das ändert sich bei mir anscheinend, schon seit einiger Zeit. Mal schauen, ob ich wieder eine Duka in Betrieb nehme. Vergrößerer und Zubehör sind wieder/noch vorhanden, aber der Raum fehlt noch.

      Antworten
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