Juli 2020 — Belichtungsautomatik? M-Modus? Wie geht das?

Ich habe an diesem Wochenende meinen Text zu der Frage „Belichtungsautomatik oder manuelle Belichtungseinstellung?“ ergänzt und überarbeitet.

In den verschiedenen Fotoforen wird ein Thema immer wieder kontrovers diskutiert: die Entscheidung für oder gegen eine Belichtungsautomatik bzw. die manuelle Einstellung der Belichtung.
Leider wird bei den Diskussionen ein wichtiger Punkt oft übersehen. Es geht weniger um das „Wie?“ sondern mehr um das „Wie oft?“ …..

Hier geht es zu dem Beitrag. Belichtungsautomatik? M-Modus? Wie geht das?

 

geschrieben/aktualisiert:

Still-Leben 2010, eine virtuelle Tour

Illustration zu: "Still-Leben 2010"

Fahrradfahren auf der Autobahn

Heute (18.07.20) ist das „Still-Leben“ auf der A40 auf den Tag genau schon 10 Jahre her.

Damals wurde die Autobahn, die Schlagader des Ruhrgebiets, im Rahmen der „Kulturhauptstadt 2010“, auf 60km gesperrt.
Und gefühlt waren so ziemlich alle der über 5 Millionen Einwohner des Ruhrgebiets auf der Autobahn unterwegs.

Das ist eigentlich normal, wie man ja gut an den werktäglichen Staumeldungen sehen kann. Aber damals waren sie alle ohne Auto unterwegs. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf Inlinern oder wie auch immer wurden die Fahrbahnen in Besitz genommen.

Es gab auf der Fußgängerseite der AutoBahn auch sehr viele Aktionen von Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 20. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 10 – Schwarzweiß

Schwarzweißfotografie im Urlaub?

Schwarzweißfotografie und Urlaub? Das geht ja gar nicht, oder?
Aber doch, Schwarzweiß im Urlaub, das geht. Sogar recht gut . (So habe ich schließlich früher alle meine Urlaube fotografieren dürfen/müssen, Farbfilm war zu teuer.)

Allerdings gibt es ein paar Punkte bei der Gestaltung zu berücksichtigen, damit es nicht nur langweilig farblose Bilder werden. Und auch technisch (in Bezug auf Kameraeinstellung und Ausarbeitung) solltest Du das eine oder andere beachten.  Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 19. Jul 2020

Schnappschusseinstellungen

schon seit langem gibt es eine clevere Technik, den Zonenfokus, mit dem man mit etwas Planung bei vielen Motiven trotzdem recht schnell fotografieren kann.

Zonenfokus

Oft bewegen sich die Bilddetails, die später scharf im Foto erscheinen sollen, auch bei mehreren Bildern in einem mehr oder weniger begrenzten Entfernungsbereich. (Zum Beispiel die spielenden Kinder im Sandkasten oder bei „Streetphotography“ die Passanten auf der Strasse).
Sind die Motive näher, würden sie im Verhältnis zum Hintergrund zu groß wirken und zu stark angeschnitten, sind sie weiter entfernt, würden sie im Verhältnis zu klein wirken. (Zoomen hilft da nicht weiter.)
Durch die Wahl einer passenden Blenden- und Entfernungseinstellung kann man für solche Motive einen Schärfentiefebereich erzeugen, der genau den passenden Entfernungsbereich abdeckt. Das ist das Konzept hinter dem Zonenfokus.



Als „Schnappschusseinstellungen“ sind solche Entfernungs-Blenden-kombinationen auf den Entfernungsskalen vieler älterer Kameras besonders markiert.
Eine Blende und eine Entfernungseinstellung sind farblich oder anders hervorgehoben. Wenn man diese Einstellungen wählt, wird alles innerhalb einer bestimmten Entfernung (oft z. B. 1,5 m bis 3 m oder 3 m bis unendlich) scharf.

Auch in Zeiten der Autofokuskamera kann der Zonenfokus sehr nützlich sein, weil er eben, einmal richtig eingestellt, ohne viel Tamtam einfach passt. Der Autofokus dagegen kann aufs falsche Detail fokussieren oder einfach zu langsam sein.
Ich würde Dir raten, dass mal mit ein paar Testbildern in Ruhe auszuprobieren. Vielleicht ist das genau die passende Lösung für die Bilder vom Treiben auf dem südländischen Markt in Deinem nächsten Urlaub.

Eine Art Abwandlung der Schnappschusseinstellung ist der „Nah-Unendlichkeitspunkt„.
Wenn man auf diesen Punkt scharf stellt, reicht die Schärfentiefe von gerade eben unendlich bis zu einer Entfernung weiter vorne (halb soweit entfernt wie der Nah-Undendlichkeitspunkt).
Je nach Kamera (Sensorgröße) und Objektiv (verwendete Brennweite) und Blendeneinstellung ist die hyperfokale Distanz (ein anderer Name für den Nah-Unendlichkeitspunkt) in einer anderen Entfernung.

geschrieben/aktualisiert:

Dokumentation über Willy Ronis

Illustration zu "Fernseher"

Bei solchen alten Röhrenmöhrchen waren die Animation von Standbildern und das Einzoomen ja evtl. noch sinnvoll. Aber die dürften mittlerweile Seltenheitswert haben.

Ich hatte völlig verpeilt, dass am Wochenende die Dokumentation über den französischen Fotografen Willy Ronis auf arte lief. Aber, dem Internet sei Dank, man kann so etwas mittlerweile ja oft auch noch einige Tage später sehen. (Link zum Film am Ende)

Willy Ronis hat im 20. Jahrhundert überwiegend in seiner Wahlheimat Paris gelebt und gearbeitet. Die Dokumentation über diesen Fotografen orientiert sich an seiner spannenden Lebensgeschichte. Als Dokumentarfotograf hat er das letzte Jahrhundert in Frankreich fotografisch begleitet und war dabei (als ein sein ganzes Leben lang überzeugter „Linker“) immer auf der Seite der kleinen Leute.  Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 11. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 9 – Panorama

Illustration zu: Ein Beschnitt des Bildes zum Panorama kann bei fehlendem Vordergrund helfen

Wenn kein interessanter Vordergrund vorhanden ist hilft oft eine Beschränkung (oder Erweiterung ;-) ) aufs Panoramaformat.

(Überarbeitet Juli 2020)Es ist gerade in einem zweidimensionalen Foto manchmal sehr schwierig, die beeindruckende Tiefe eines Motivs zu zeigen.
Um das zu erreichen, ist es wichtig, den Betrachter durch diesen Raum, durch die Tiefe im Bild zu führen.
Das gilt besonders bei Landschaften und ähnlichen Motiven, also typischen Urlaubsfotos.

Dabei kann ein schönes und/oder interessantes Vordergrundobjekt helfen. Es führt den Betrachter dann in die Tiefe des Motivs hinein. Oder, wie mein Opa schon sagte:
Vordergrund macht Bild gesund!“.

Aber nicht immer ist ein passender Vordergrund vorhanden. Bei manchen Motiven, gerade bei Fernsichten von erhöhten Standpunkten oder beim Blick aufs Meer, bietet sich da einfach nichts an. Fotografen auf Kreuzfahrt werden das kennen, da ist vorne oft erstmal nur Wasser. Und schlichtes Wasser, aber Sand und Gras gelten in dem Fall nicht als Vordergrundobjekte.

Und dann?
Als Lösung in der Not funktioniert es dann manchmal, für die Wiedergabe auf ein sehr Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 31. Jul 2020

Kritik der Kritik der Bildkritik

Illustartion zu Bildkritik

Gerüchten zufolge hat der Fotografie Professor Steinert an der renomierten Folkwang-Schule in Essen einen „Scheiße“-Stempel besessen und diesen durchaus auch eingesetzt. (Das hier ist kein Original aus der Zeit)

Es ist schon komisch: da möchten viele gerne etwas zur Gestaltung ihrer Fotos erfahren. Die Frage, wie ihre Bilder wirken, beschäftigt halt doch eine ganze Menge Fotografen.
Im Internet und speziell in den sozialen Medien sind deshalb fundierte Reaktionen auf Bilder auf der einen Seite durchaus sehr begehrt – und zum Glück gibt es auch immer wieder Menschen, die sich mehr oder weniger ausführlich mit fremden Bildern beschäftigen.

Aber andererseits gibt es als Antwort auf zum Teil sehr ausführliche und gut begründete Auseinandersetzungen mit Bildern (um das für einige nicht unbelastete Wort „Kritik“ mal zu vermeiden) wenn überhaupt, dann manches Mal nur eine kühle, bisweilen gar harsche Reaktion für den Kritiker. Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 19. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 6 – welche Belichtungsautomatik

Pfähle am Strand

Welches Belichtungsprogramm soll ich wählen?

(Aktualisiert Juni 2020) Wer interessante Fotos machen möchte, braucht neben dem guten Auge oft zusätzlich ein Quäntchen Fototechnik — auch wenn die Technik für die Gestaltung oft nicht ganz so wichtig ist wie ein „gutes Auge“.

Um diese eher handwerkliche Seite der Fotografie sinnvoll einsetzen zu können, solltest Du ein paar Einstellungen an Deiner Kamera kennenlernen.
Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei natürlich die Einstellungen zur Belichtung.

Viele Einsteiger fotografieren standardmäßig mit der Vollautomatik (als Symbol wird dafür oft ein grünes Rechteck, eine grüne Kamera oder eine rote Kamera verwendet).
Diese Vollautomatik erhält gelegentlich auch Phantasienamen wie „überlegene Automatik“ oder „intelligente Automatik“ (iA)und diesen Namen wird dann auch manchmal auch noch ein „+“ angehängt. Der Phantasie der Hersteller sind da scheinbar keine Grenzen gesetzt.

Das liest sich alles ganz toll und oft sind die Fotos dann auch nicht wirklich schlecht. Aber vermutlich noch öfter sind sie auch nicht so ganz optimal, wie sie sein könnten. Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 19. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 5 – Belichtungszeit

Die lange Belichtungszeit verwandelt das Riesenrad in eine Zentrifuge für das Astronautentraining

(Stand 11.06.20) Für ein „gutes Foto“ ist es wichtig, das das Bild die Aufmerksamkeit des Betrachters gewinnt (und hoffentlich auch behält). Ein spannender Bildinhalt, ein interessante Geschichte im Foto helfen dabei.

Man kann den Betrachter aber auch mit einem interessanten Bildaufbau, mit Schärfeverläufen, mit unterschiedlichen Helligkeiten oder Farbgebungen quasi an die Hand nehmen und ihn dann auf diese Art durch das Bild führen.

Dabei kann, wie im letzten Tipp zur Urlaubsfotografie geschrieben, die Wahl einer passenden Ausdehnung der Schärfentiefe helfen.
Damit kann man dann wichtige Motivbereiche betonen und unwichtige in der Unschärfe im Vorder- oder Hintergrund verschwinden lassen.
Oder man verbindet eigentlich weit voneinander entfernte Bereiche und lenkt damit die Wahrnehmung des Betrachters auf besondere Zusammenhänge oder Ähnlichkeiten oder ….

Neben der Schärfentiefe gibt es aber auch andere Optionen, die Aufmerksamkeit des Betrachters zu erhalten und zu lenken. Eine dieser Methoden möchte ich Dir jetzt zeigen.
Es geht dabei um die Darstellung von Bewegung im Bild. Das gleiche Objekt kann, je nach gewählter Belichtungszeit, durch seine Bewegung völlig unterschiedlich aussehen. Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 19. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 4 – Bildgestaltung vereinfachen

Aus den Tipps für bessere Urlaubsfotos: Schärfentiefe zur Reduktion

Kleine Schärfentiefe um Bilder zu vereinfachen

(Im Juni 2020 erneut überarbeitet)
Schon zu Beginn des ersten Tipps dieser Reihe habe ich darauf hingewiesen: es ist auch und gerade für Urlaubsfotos wichtig, ein Bild nicht zu chaotisch zu gestalten.
Oft ist es besser, sich auf einen einzelnen Hauptakteur zu beschränken. Diese Beschränkung kann dann aber auf ganz unterschiedliche Arten geschehen.
Du kannst zum Beispiel einen engeren Auschnitt wählen. Oder (und das ist erfahrungsgemäß oft besser), näher heran gehen.

Eine andere, wirklich schon klassische Methode für weniger Durcheinander im Bild ist der Einsatz geringer Schärfentiefe. (Mehr zur Schärfentiefe in meinem Fotolehrgang im Internet und hier im Blog.)

Nicht zu ernst nehmen! Es handelt sich bei diesen Tipps keinesfalls um Gesetze, die man nicht brechen darf. Es sind nur Hinweise, die auch tendenziell langweilige Bilder, deren Inhalt den Betrachter nicht von vornherein fesselt, „erträglich“ machen können. Ein Bild mit einem spannenden Inhalt, einer spannenden Idee, kann dagegen trotz (oder wegen) einer Missachtung dieser Überlegungen ein tolles Bild ergeben. Je mehr man sich mit Gestaltung und Inhalt der eigenen (und fremder) Bilder auseinandersetzt, desto eher wird man in die Situation kommen, solche Hinweise nicht mehr zu benötigen oder auch bewusst missachten zu können. Solange man da noch nicht angekommen ist, kann es helfen, diese Hinweise bei der Planung/Gestaltung der eigenen Bilder zu berücksichtigen.

In oberen der beiden Beispielbilder stört der Hintergrund mit seinen vielen ablenkenden Details. Mit einer geringeren Schärfentiefe wie im unteren Bild kann man ihn aber einfach ausblenden. Das ist einer der vielen Wege um den Bildinhalt auf das wirklich Wichtige zu reduzieren und  Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 20. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 3 – richtig Belichten

Richtig belichten (1)

Das Thema Belichtung beschäftigt die Fotografen schon seit den ersten Tagen der Fotografie und spielt natürlich auch bei Urlaubsfotos eine wichtige Rolle.

Man kann das gleiche Motiv auf ganz unterschiedliche Arten belichten.
Je nachdem, welche Einstellungen man vornimmt, verändert sich die Helligkeit des entstehenden Bildes, oder sie bleibt sie gleich — aber trotzdem verändert sich dann evtl. das Aussehen des Bildes recht stark.
Die Art der Belichtung hat also sowohl Einfluß auf die Bildhelligkeit als auch auf die Bildgestaltung.

Kümmern wir uns jetzt zu Anfang erstmal um die Helligkeit und wie man sie mit der Belichtung verändert und an die eigenen Wünschen anpasst..
Das erste Ziel sollte es dabei sein, ein richtig belichtetes Bild zu erhalten. Ich will im folgenden versuchen, Dir zu erklären, wie Du Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 02. Aug 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 2 – Bildqualität und Brennweite

Aus den Tipps für bessere Urlaubsfotos: Urlaubsmotiv - Dünen

Urlaubsmotiv – Dünen

(Überarbeitet April 2019) Gerade dann, wenn Du Dich mit Digitalfotografie nicht so intensiv beschäftigst, kann es sein, dass Du Deine Kamera so einstellst (oder sie so eingestellt ist), dass Du möglichst viele Bilder auf der Speicherkarte unterbringen kannst.
Ist ja auch logisch, es sollen ja viele Urlaubsfotos auf die Karte gehen.
Je nach Kartengröße passen dann tausende Bilder.

Das ist natürlich toll, doch man erkauft dass mit einer zum Teil eher mittelmässigen Qualität. Zum einen sind nur noch weniger Bildpunkte übrig, von den teuer bezahlten Megapxieln stehen dann nur noch ein Teil zur Verfügung.
Und diese relativ wenigen Bildpunkte werden als JPEG auch noch mehr oder weniger stark komprimiert. Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 14. Okt 2020

Panoramazubehör preiswert

Illustration zu "Wasserrohrschelle als Nodalring"

Wasserrohrschelle als Nodalring

Für einfache Fälle in der Panoramafotografie reicht es oft, ein wenig diszipliniert zu fotografieren. Die Kamera sollte vermutlich in den meisten Fällen am besten auf den Horizont ausgerichtet sein (Ausnahme „Vertorama“ ).
Je präziser, desto besser.

Bei einreihigen Panoramen längs des Horizonts bereitet in erster Linie die falsche Lage der Schwenkachse Schwierigkeiten.
Sollte diese, wie es leider bei den meisten Kamera-Stativkombinationen passiert, nicht durch die „optische Mitte“ des Objektivs verlaufen — also durch den (fälschlicherweise) so genannten „Nodalpunkt“ — kommt es zu Parallaxenproblemen. Der Vordergrund springt dann scheinbar von Bild zu Bild vor dem Hintergrund. Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 27. Jul 2020

Tipps für bessere Urlaubsfotos – Teil 1

Illustration zu: "Ein Sonnenuntergang, hier mit Mensch und Hund, ist ein beliebtes Motiv für Urlaubsfotos."(Im Mai 2020 erneut überarbeitet) In der Urlaubszeit wird viel fotografiert. Und viele Menschen machen im Sommer Urlaub. Und jetzt ist Sommer (zumindest beinahe).

Da kann es sicher nicht schaden, ein paar Fototipps zu Urlaubsfotos zu veröffentlichen.

Ich werde also in der nächsten Zeit in loser Folge Hinweise zu den gestalterischen und technischen Fragestellungen geben, die gerade in der Urlaubsfotografie eine Rolle spielen. Beginnnen wir heute mit dem Thema Gestaltung. Weiterlesen

geschrieben/aktualisiert: / 20. Jul 2020