Tipps für bessere Urlaubsfotos – Teil 1

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Illustration zu: "Ein Sonnenuntergang, hier mit Mensch und Hund, ist ein beliebtes Motiv für Urlaubsfotos."(Im Juni 2018 aktualisiert) In der Urlaubszeit wird viel fotografiert. Und viele Menschen machen im Sommer Urlaub. Und jetzt ist Sommer (zumindest beinahe).

Da kann es sicher nicht schaden, ein paar Fototipps zu Urlaubsfotos zu veröffentlichen.

Ich werde also in der nächsten Zeit in loser Folge Hinweise zu den gestalterischen und technischen Fragestellungen geben, die gerade in der Urlaubsfotografie eine Rolle spielen. Beginnnen wir heute mit dem Thema Gestaltung.

Vorab: Regeln? Gesetze? Nicht zu ernst nehmen!

Es handelt sich bei diesen Tipps zur Gestaltung keinesfalls um Gesetze, die man nicht brechen darf. Es sind Hinweise, mit denen auch tendenziell langweilige Bilder, deren Inhalt den Betrachter nicht von vornherein fesselt, zumindest “erträglich” (aber auch mehr) werden können.
Ein Bild mit einem spannenden Inhalt, einer spannenden Idee, kann dagegen trotz (oder wegen) einer Missachtung dieser Überlegungen ein tolles Bild ergeben.
Je mehr man sich mit Gestaltung und Inhalt der eigenen (und fremder) Bilder auseinandersetzt, desto eher wird man in die Situation kommen, solche Hinweise nicht mehr zu benötigen oder auch bewusst missachten zu können.
Solange man da noch nicht angekommen ist, kann es helfen, diese Hinweise bei der Planung/Gestaltung der eigenen Bilder zu berücksichtigen.

Konzentration auf das Wesentliche

Oft werden (nicht nur) Urlaubsfotos zu voll gepackt. Ein solches Wimmelbild kann zwar manchmal reizvoll sein, aber meist stört zu viel Ablenkung. Konzentriere Dich auf das Wichtige in Deinem Motiv.
Warum willst Du fotografieren, was willst Du dem Betrachter Deiner Bilder zeigen, was soll Dein Bild darstellen oder aussagen. Meist wird das Bild viel klarer, wenn man sich auf einen Hauptakteur je Bild beschränkt.

Das Wichtige muss nicht im Mittelpunkt stehen.

Dieser Hauptakteur eines Bildes muss nicht immer in der Mitte des Bildes zu finden sein. Es wird für den Betrachter oft interessanter, wenn man das wichtige auch mal außerhalb der Bildmitte platziert.

Dabei muss man nicht unbedingt Regeln wie dem “Goldenen Schnitt” oder der “Drittel-Regel” mathematisch genau folgen, sondern sollte bei der Aufteilung des Bildes ruhig dem eigenen Gefühl vertrauen. Aber oft ist “raus aus der Mitte” eine gute Idee.
Wenn Du unsicher ist, mach einfach mehrere Bilder (kost’ ja nix) und überprüfe diese später in Ruhe auf ihre unterschiedliche Wirkung.

Mit etwas Abstand zur aktuellen Situation und am großen Monitor wirst Du die Bildaufteilung in der Regel besser beurteilen können. Und wenn es mal nicht geklappt hat, dann hast Du eben etwas fürs nächste Mal gelernt.

Große Weiten brauchen Vordergrund.

Wenn man sich mit Gestaltung befasst, muss man die Situation des Betrachters berücksichtigen. Es ist ein großer Unterschied, ob dieser Betrachter das Bild zwar groß sieht, es aber mit einem Blick erfassen kann, oder ob das Bild (im Verhältnis zum Betrachtungsabstand) so groß ist, dass der Betrachter es nur nach und nach mit seinen Augen abtasten kann. Der erste Fall ist wohl der übliche, der zweite stellt eher eine Ausnahme dar.

Ein Beispiel: der Western

Wer Interesse hat, kann sich in dem Zusammenhang ja mal mit der unterschiedlichen Gestaltung von Filmen, zum Beispiel Western, auseinandersetzen.
Diese unterscheiden sich zum Teil massiv, je nachdem, ob sie in erster Linie fürs Kino und die Cinemascope-Leinwand oder für die kleine Bildröhre des Fernsehers er sechziger und siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts gestaltet wurden.

Die große KInoleinwand verträgt Bilder mit kleinen Details, die im Hintergrund passieren.
Der Fernsehserien-Western dagegen lebt oft von großen Vordergründen, die den Betrachter ins Bild führen.
Wie immer gibt es aber auch Ausnahmen, z.B. die Vordergründe im Kinowestern “Spiel mir das Lied vom Tod”.

Wer Interesse hat, kann sich in dem Zusammenhang ja mal mit der unterschiedlichen Gestaltung von Spielfilmen, zum Beispiel Western, auseinandersetzen. Diese unterscheiden sich zum Teil massiv, je nachdem, ob sie in erster Linie fürs Kino und die Cinemascope-Leinwand oder für die kleine Bildröhre des Fernsehers gestaltet wurden.

Bei Bildern, die man unter “normalen Bedingungen” (erster Fall, der Betrachter erfasst das Bild mehr oder weniger mit einem Blick) sieht, sollte man gerade bei weiten Landschaften vorsichtig sein, weil deren Details sich für den Betrachter im klein-klein verlieren.
Hier kann ein deutlich herausgestellter Bildvordergrund sehr hilfreich sein.

Für den Vordergrund kann sich alles mögliche eignen, man muss manchmal etwas suchen. Zur Not nimmst Du halt die Mitreisenden, evtl. auch nur als Silhouette.
Einen weitere Möglichkeit bei fehlendem Vordergrund findet Du im neunten Beitrag der Tipps für besser Urlaubsfotos.


Du willst nicht alleine üben? - Dann komm zu mir!

Vor dem Urlaub solltest Du ein wenig üben, damit Du im Urlaub fit bist mit der Kamera. Alleine macht das aber keinen richtigen Spaß. Und wer hilft, wenn es mal nicht klappt? Für jede Frage wieder ein Youtube-Video suchen? Das muss doch besser gehen.!
Und es geht auch besser: Komm in meinen Fotokurs!
Die meisten meiner Grundlagen-Fotokurse im Sommer sind zwar schon ausgebucht, aber im Juli und August sind noch zwei Termine frei. Informationen und Anmeldung findest Du auf der Website zu meinen Fotokursen zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de anbiete.

Zuletzt noch etwas zur Fototoechnik

Sonnenuntergänge sind ein sehr beliebtes Motiv, aber so ein Sonnenuntergang ist nicht ganz einfach zu fotografieren. Neben der richtigen Belichtung solltest Du auch den Weißabgleich beachten. Stell ihn auf “Sonne” bzw. “Tageslicht” oder sogar auf “Bewölkt” oder “Offener Schatten” statt auf Automatik.

Zwar ist der automatische Weißabgleich moderner Digitalkameras schon lange nicht mehr so ein Glücksspiel, wie er es noch vor einigen Jahren war. Meist stimmen die Farben schon recht gut.

Aber beim Sonnenuntergang wird er gelegentlich in die Irre geführt, weil das Licht der Sonne durch dichte Schichten der Atmosphäre eine Farbe erhält, die der einer klassischen Glühlampe ähnelt. Und der automatische Weißabgleich tut dann pflichtgemäß sein bestes, um dieses vermeintliche Glühlampenlicht zu neutralisieren.

So verlieren Deine Urlaubsfotos genau die warme Farbe, die Dich eigentlich erst veranlasst hat, den Sonnenuntergang überhaupt zu fotografieren. Deshalb solltest Du beim fotografieren des Sonnenuntergangs den automatischen Weißabgleich verlassen und ihn auf “Sonne” oder auf “Wolke” oder gar auf “offener Schatten” stellen. Die beiden letzteren machen die Bilder noch wärmer.

Das Thema ist vor allem wichtig, wenn Du auf JPEG fotografierst. Wenn Du statt dessen RAW  verwendest, kannst Du den Weißabgleich auch nachträglich noch ohne Verluste anpassen.
Das ist einer der großen Vorteile von RAW, mehr findest Du unter: Warum soll ich in RAW fotografieren.

Üben

Ein paar Aufgaben sollen Dir jetzt helfen, nicht nur hier zu lesen, sondern das ganze auch anzuwenden.
Und denk daran: wenn Du erstmal in der Situation bist, ist es zum Üben zu spät! ;-)

  1. Lerne Deine Fehler lesen
    Schau Dir Deine Bilder (vielleicht aus den vergangenen Urlauben) an und schau, ob Du welche findest, auf denen zu viel abgebildet ist. Oder das Hauptobjekt in der Mitte ist. Oder das Wichtigste zu klein ist. Oder zuwenig Vordergrund im Bild ist.
  2. Gestaltung üben (1)
    Nimm Deine Kamera und gestalte eine Zeit lang (zwei Stunden oder mehr) bewusst Bilder mit nur einem Hauptdarsteller und interessantem Hintergrund. (Also nicht nur Blumen vor weißer Hauswand. ;-)
  3. Gestaltung üben (2)
    Fotografiere mindestens genauso lange Landschaften oder Stadtansichten und suche nach interessanten Vordergründen.
  4. Ausprobieren
    Experimentiere mit dem Weißabgleich, in dem Du ihn vor der Aufnahme an der Kamera verstellst und auch mal ganz bewusst falsch einstellst.
    Probier auch aus, wie Du den Weißabgleich (bei RAW Dateien) mit der Software nachträglich beliebig anpassen kannst. [Ich verwende dafür am liebsten Lightroom(*).]


An der Stelle darf ich vielleicht noch ein bisschen Eigenwerbung machen: Die für Urlaubsfotos relevanten Themen wie Belichtung, Automatiken und Belichtungskorektur,  aber auch Brennweite, Bildgestaltung und Bildbearbeitung sind ein wichtiger Teil meiner Fotokurse zu den Grundlagen der Fotografie, die ich an der Fotoschule-Ruhr.de anbiete.


(*) Dies ist ein sogenannter Affiliate Link. Wenn Du hierüber etwas kaufst, erhalte ich eine paar Prozente, ohne dass Du deshalb mehr bezahlen musst. Klassisches Win-Win also.
Und wenn Du meinst, ich hätte das nicht verdient, dann lässt Du es eben. ;-)

/ 12. Jun 2018

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