Tipps für bessere Urlaubsfotos Teil 1

Sonnenuntergang mit HundIn der Urlaubszeit wird viel fotografiert. Und viele Menschen machen im Sommer Urlaub. Und jetzt ist Sommer (endlich).
Da kann es sicher nicht schaden, ein paar Fototipps( * )zur Urlaubsfotografie zu veröffentlichen.

Nicht zu ernst nehmen!
Es handelt sich bei diesen Tipps keinesfalls um Gesetze, die man nicht brechen darf. Es sind nur Hinweise, die auch tendenziell langweilige Bilder, deren Inhalt den Betrachter nicht von vornherein fesselt, „erträglich“ machen können.
Ein Bild mit einem spannenden Inhalt, einer spannenden Idee, kann dagegen trotz (oder wegen) einer Missachtung dieser Überlegungen ein tolles Bild ergeben.
Je mehr man sich mit Gestaltung und Inhalt der eigenen (und fremder) Bilder auseinandersetzt, desto eher wird man in die Situation kommen, solche Hinweise nicht mehr zu benötigen oder auch bewusst missachten zu können. Solange man da noch nicht angekommen ist, kann es helfen, diese Hinweise bei der Planung/Gestaltung der eigenen Bilder zu berücksichtigen.

Ich werde also in der nächsten Zeit in loser Folge Hinweise zu den gestalterischen und technischen Fragestellungen geben, die gerade in der Urlaubsfotografie eine Rolle spielen. Beginnnen wir jetzt mit Gestaltung.

Konzentration auf das Wesentliche
Oft werden Bilder zu voll gepackt. Ein solches Wimmelbild kann zwar manchmal reizvoll sein, aber gelegentlich stört zu viel Ablenkung. Konzentriere Dich auf das wichtige. Warum willst Du fotografieren, was willst Du dem Betrachter Deiner Bilder zeigen, was soll Dein Bild aussagen. Meist wird die Aussage klarer, wenn man sich auf einen Hauptakteur je Bild beschränkt.

Das Wichtige muss nicht im Mittelpunkt stehen.
Dieser Hauptakteur eines Bildes muss nicht immer in der Mitte des Bildes zu finden sein. Es wird für den Betrachter oft interessanter, wenn man das wichtige auch mal außerhalb der Bildmitte platziert. Dabei muss man nicht unbedingt Regeln wie dem „Goldenen Schnitt“ oder der „Drittel-Regel“ folgen, sondern sollte bei der Aufteilung des Bildes ruhig mal dem eigenen Gefühl vertrauen. Wenn Du unsicher ist, mach einfach mehre Bilder (kost‘ ja nix) und überprüfe diese später in Ruhe auf ihre unterschiedliche Wirkung. Mit etwas Abstand zur aktuellen Situation und am großen Monitor wirst Du die Bildaufteilung in der Regel besser beurteilen können. Und wenn es mal nicht geklappt hat, dann hast Du eben etwas fürs nächste Mal gelernt.

Große Weiten brauchen Vordergrund.
Wenn man sich mit Gestaltung befasst, muss man die Situation des Betrachters berücksichtigen. Es ist ein großer Unterschied, ob dieser Betrachter das Bild zwar groß sieht, es aber mit einem Blick erfassen kann, oder ob das Bild (im Verhältnis zum Betrachtungsabstand) so groß ist, dass der Betrachter es nur nach und nach mit seinen Augen abtasten kann. Der erste Fall ist wohl der übliche, der zweite stellt eher eine Ausnahme dar. (Wer will, kann sich in dem Zusammenhang ja mal mit der unterschiedlichen Gestaltung von Spielfilmen, zum Beispiel Western, auseinandersetzen. Diese unterscheiden sich zum Teil massiv, je nachdem, ob sie in erster Linde fürs Kino und die Cinemascope-Leinwand oder für die kleine Bildröhre des Fernsehers gestaltet wurden.)
Bei Bildern, die man unter „normalen Bedingungen“ (erster Fall) sieht, sollte man gerade bei weiten Landschaften vorsichtig sein, weil deren Details sich für den Betrachter im klein-klein verlieren. Hier kann ein deutlicher Bildvordergrund sehr hilfreich sein.
Für den Vordergrund kann sich alles mögliche eignen, man muss manchmal etwas suchen. Zur Not nimmst Du halt die Silhouette der Mitreisenden.

Zuletzt noch etwas zur Fototoechnik
Der Sonnenuntergang ist ein sehr beliebtes Motiv, aber er ist nicht ganz einfach zu fotografieren. Du solltest den Weißabgleich beachten und ihn evtl. auf „Sonne“ bzw. „Tageslicht“ oder sogar auf „Bewölkt“ oder „Offener Schatten“ stellen.
Der automatische Weißabgleich moderner Digitalkameras ist schon lange nicht mehr so ein Glücksspiel, wie er es noch vor einigen Jahren war. Meist stimmen die Farben schon recht gut.

Aber beim Sonnenuntergang wird er gelegentlich in die Irre geführt, weil das Licht der Sonne durch dichte Schichten der Atmosphäre eine Farbe erhält, die der einer klassischen Glühlampe ähnelt. Und der automatische Weißabgleich tut dann pflichtgemäß sein bestes, um dieses vermeintliche Glühlampenlicht zu neutralisieren.
So verlieren Deine Bilder genau die warme Farbigkeit, die Dich eigentlich erst veranlasst hat, den Sonnenuntergang überhaupt zu fotografieren. Deshalb solltest Du beim fotografieren des Sonnenuntergangs den automatischen Weißabgleich verlassen und ihn auf „Sonne“ oder auf „Wolke“ oder gar auf „offener Schatten“ stellen.
Die beiden letzteren machen die Bilder noch wärmer. Das gilt vor allem, wenn Du auf JPEG fotografierst. Wenn Du statt dessen RAW  verwendest, kannst Du den Weißabgleich nachträglich noch ohne Verluste anpassen.

/ 21. Jun 2016

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