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Lightroom – Die Bilder sehen „anders“ aus

sah doch vorher noch anders aus

Ist Dir das auch schon einmal passiert? Die Bilder sehen nach dem Import in Lightroom zuerst ganz normal und so wie erwartet aus. Und plötzlich, nach einem kurzen Moment, ändern sich auf einmal die Farben. Und/oder der Kontrast und/oder die Helligkeit.
Ganz ohne daß Du etwas getan hast!

Was ist da passiert? 
Und noch viel wichtiger: wie kann man das wieder ändern? Und in Zukunft vermeiden?

Grundlagen

Lightroom ist eine sehr mächtige Kombination aus einem wirklich guten (und, zumindest im Vergleich mit der Konkurenz, auch sehr schnellen) RAW-Konverter und einer hervorragenden Bildverwaltung.
Seit 2007, als die erste Betaversion veröffentlicht wurde, ist das Program weiter und weiter gewachsen und es kamen viele neue Funktionen hinzu.

Darunter leidet dann natürlich ein wenig die Übersichtlichkeit. Und manche sinnvolle neue Funktion kann, wenn sie unbeabsichtigt angewendet wird, zu Problemen führen. Das könnte die Ursache für die Ursache sein.

So bringt LR, um die RAW-Bilder unterschiedlicher Kameras ausarbeiten zu können, spezifische Voreinstellungen für die verschiedenen Kameratypen mit.
Aber die Geschmäcker sind ja verschieden und so gibt es im Entwicklungsmodul viele Optionen, man kann sehr umfassend in die Ausarbeitung eingreifen. Auf diese Art kann man die Bilder an die eigene Bildidee anpassen.

Rezepte

Speziell RAWs können dabei sehr unterschiedlich ausgearbeitet werden. Während das JPEG nach der kamerainternen Bearbeitung komprimiert gespeichert wird, haben die RAWS ja noch den vollen bei der Aufnahme erfassten Informationsgehalt.

Es wird alles gespeichert, das der bei der Aufnahme vom Kamerasensor „gesehen“ wurde. Mit diesen umfassenden Daten können die Bilder dann später an die Gestaltungsideen des Fotografen angepasst werden.

Die verschiedenen Werkzeuge des Entwicklungsmoduls  werden dabei aber quasi nur virtuell tätig. Die Schalter und Regler stehen auf unterschiedlichen Werten und ergeben so eine Art „Rezept“ zur Ausarbeitung oder Entwicklung des Ursprungsbildes.
Das RAW selber wird durch die Anpassung der Einstellungen aber überhaupt nicht verändert. (Das gilt übrigens auch für JPEGs, TIFFs oder PNG-Dateien, auch sie werden in LR nicht verändert.)
Nur das aktuell in Lightroom angezeigte Vorschaubild zeigt die Anpassungen durch die Schalterstellungen, die Auswirkungen des aktuellen Zustands des „Rezeptes“. Und auch ein Ausdruck aus Lightroom heraus sähe so aus.  (Wenn man von der grundsätzlichen Problematik der Unterschiede zwischen Monitor- und Papierbild einmal absieht.)

Wenn man aber eine Bilddatei haben möchte, die tatsächlich auch außerhalb von LIghtroom — z.B. bei der Diashow am Fernseher — so aussieht wie das Vorschaubild/der Druck, dann kann LR eine entsprechend nach den Vorgaben des Rezepts veränderte Kopie des Originals erzeugen. Das geht dann per „Export“ als JPEG, TIFF, PNG und PSD.

In den Rezepten steckt zum Teil viel Arbeit und da ist es nur logisch, daß man sie auch für unterschiedliche Bilder (wieder-) verwenden kann. 
Direkt im Entwicklungsmodul kann man dazu andere Fotos mit den Ausarbeitungen eines „Masterbildes“ synchronisieren. 
Die Rezepte einzelner Bilder und den „Verlauf“ der zwischenzeitlichen Änderungen der Einstellungen  der Werkzeuge und Regler speichert Lightroom in seiner Datenbank zum jeweiligen Bild. 

Aus Rezepten werden Presets

Diese Rezepte kann man auf andere Bilder übertragen. Dazu gibt es u.a. die Möglichkeit,  neben dem bearbeiteten „Master“-Bild weitere Bilddateien auswählen und zu synchronisieren.
Im Filmstreifen geht das mit Mausklick auf mehrere Bilder bei gedrückter Umschalt- oder Steuerungstaste und anschließender Auswahl von „Synchronisieren“ unten links im Reglerbereich des Entwicklungsmoduls.

Illustartion zu "Lightroom Einstellungen synchronisieren"

Lightroom Einstellungen synchronisieren

Aber auch ohne diese Synchronisation mit einzelnen bereits bearbeiteten Masterbildern kann man gelungene Ausarbeitungen später auf andere Bilder anwenden — ohne die Regler alle erneut schieben zu müssen.
Dazu kann man diese Einstellungen von den Bildern getrennt separat speichern um sie später dann erneut aufzurufen. Das geht auf der linken Seite des Entwicklungsmoduls unter „Vorgaben“.

Es entstehen auf diese Art die Vorgaben, auch „Presets“ genannt, quasi Rezepte ohne spezifische Bilder. Einige dieser Presets bringt LR schon von Haus aus mit, sie stehen direkt nach der Installation zur Verfügung. (Vorsicht, nicht mit den Profilen verwechseln, dazu mehr hier: „Profile oder Presets?“ )

Der Übeltäter: ein versehentlich verwendetes Preset

Und genau diese eigentlich sehr praktischen Presets können die Ursache für das Problem sein.
Beim Import kann man Bildern bereits Entwicklungseinstellungen (das sind die Presets) zuweisen. Und diese Einstellung bleibt für zukünftige Importe gespeichert — zumindest solange, bis sie aktiv wieder entfernt wird.
Bis dahin werden alle Bilder die entsprechende Veränderung erben.

Ilustration zu "Lightroom Import Entwicklungseinstellung"

Lightroom Import Entwicklungseinstellung

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In LR werden dann während des Imports zuerst die auch in den RAWs eingebetteten Vorschauen angezeigt. Diese zeigen die Auswirkungen der Ausarbeitung, wie sie die Kamera bei Erzeugung eines JPEGs vorgenommen hätte.
Und in einem zweiten Schritt werden neue Vorschauen erzeugt, diesmal auf Basis der Einstellungen von LR. Wenn die Standardvorgaben von LR verwendet werden, ähneln sich die beiden Ansichten sehr.
Aber wenn beim Import (versehentlich) ein spezielles Preset ausgewählt wurde, verändern sich die Bilder auf einmal. Das „auf einmal“ kann allerdings bei langsamen Computern und/oder großen Bilddateien auch mal etwas länger dauern.
Je nach Preset kann die Veränderung sehr dramatisch sein.

Das ist nicht weiter tragisch, es lässt sich ja wieder rückgängig machen. Es kann aber beim unerwarteten Auftreten schon recht verunsichernd sein, wenn die Bilder „auf einmal“ (oder etwas später ;-) )  anders aussehen.

Illustartion zu "Lightroom zurücksetzen"

Lightroom zurücksetzen


Rückgängig machen kann man ein beim Import falsch gewähltes Preset indem man für das einzelne Bild oder eine ganze Bildergruppe auf den Schalter „Zurücksetzen“ unten links im Entwicklungsmodul klickt.
Damit wird das Bild auf die gespeicherten Standardeinstellungen für diesen Kameratyp zurückgesetzt.

Bildbearbeitung lernen

An dieser Stelle darf ich vielleicht kurz ein wenig Eigenwerbung einblenden.
Falls Du die Grundlagen der Bildbearbeitung, speziell auch zur Ausarbeitung Deiner RAW-Dateien — mit Lightroom und anderen Programmen — lernen willst, dann besuch mich doch in meinen Grundlagenkursen im Ruhrgebiet.
Ich würde mich freuen, Dich da persönlich kennenzulernen.
Mehr Infos zu diesen Kursen zu den Grundlagen der Bildbearbeitung, findest Du auf der entsprechenden Seite der Fotoschule-Ruhr.de.
Zu Corona-Zeiten gibt es natürlich auch ein Online-Angebot zur Bildbearbeitung. Und das sogar im Preis reduziert.

Und jetzt: zurück zum Thema!

Überschriebene Standards

Deutlich unangenehmer als ein versehentlich beim Import beibehaltenes und angewendetes Preset ist eine veränderte Standardeinstellung. Dazu kann es kommen, wenn man den eben erwähnten Schalter „Zurücksetzen“ mit gedrückter „ALT“-Taste anklickt. Der Schriftzug ändert sich nach „Standard festlegen …“

Illustration zu "Lightroom Standard festlagen"

Lightroom Standard festlegen

Vorsicht, damit wird Lightrooms Standardentwicklung für die Kamera, mit der dieses Foto gemacht wurde, überschrieben. Alle zukünftigen Bilder dieser Kamera werden dann bereits beim Import mit den neuen Standardeinstellungen ausgearbeitet.

Illustration zu "Lightroom Zurücks. (Adobe)"

Lightroom Zurücks. (Adobe)

Der Fehler lässt sich zum Glück schnell wieder rückgängig machen. Man lädt ein betroffenes Bild und drückt „Shift“ und „ALT“. Der Text auf dem Schalter ändert sich nach „Zurücks. Adobe“, das Bild bekommt jetzt eine Entwicklung nach der ursprünglichen Standareinstellung. Und dies kann man anschliessend mit „Alt“ und einem Klick wieder zum neuen Standard machen. 

Doch bei einigen Lightroom-Versionen klappt dieser „Shift-Alt“-Weg anscheinend nicht. Dann hilft nur noch ein bereits früher mit (Adobe-)Standard importiertes Bild. Falls es zwischenzeitlich bearbeitet wurde, wählt man im Protokoll vorübergehend den Zustand beim Importieren aus.

Illustration zu"Lightroom Protokoll"

Lightroom Protokoll – Zurück nach Importieren

Diesen Zustand kann man dann anschließend wieder zum Standard machen und kann das hilfsweise veränderte Bild durch Wahl des geeigneten Protokollstandes (meist wird es der oberste sein) wieder in den Wunschzustand (zurück-)versetzen.

Schlußendlich

Mit etwas Vorsicht kann man diese Probleme natürlich alle vermeiden, aber andererseits: „Wer frei von Fehlern, der werfe den ersten Stein“. 
Aus meinen Kursen und aus Nachfragen von Teilnehmern weiß ich, dass das durchaus häufiger vorkommt. Da kann es nicht schaden, zu wissen, was man im Falle des Falles tun kann.
Ich hoffe, ich konnte helfen.

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geschrieben/aktualisiert: / 05. Mai 2020

3 thoughts on “Lightroom – Die Bilder sehen „anders“ aus

  1. Wolfgang Oberschelp

    Das sind Probleme, die ich schon von verschiedenen Seiten (User) zu hören bekam. Obwohl ich mit Adobe Photoshop CS6 (64 Bit ) arbeite, gab ich einen ähnlichen Rat. Mei Problem mit Photoshop CS6 ist anders. Nachdem ich mit eine Nikon D7500 anschaffen „musste“, da ebenfalls RAW benutzbar, ist dieserRAW nicht benutzbar, da Photoshop CS6 nicht mehr dafür kompatibel ist. Der RAW- Konverter wird nicht angenommen und so muss ein zusätzliches Bearbeitungsprogramm installiert werden. Da zeigt sich Adobes Kundenfreundlichkeit.

    Antworten
    1. Tom! Beitragsautor

      Hallo Wolfgang,

      danke für Deine Anmerkung.
      Ja, es ist blöd, daß die Kamerahersteller von Modell zu Modell die RAW-Formate ändern.
      Aber ich halte es für verständlich, dass ein Hersteller die Fähigkeiten einer Software nicht mehr weiter ausbaut, wenn schon längst der Nachfolger auf dem Markt ist.

      Erst recht, wenn es um Fähigkeiten geht, die während des Entwicklungs- und Produktionszeitraum der Software noch gar nicht klar war. (Diese Kamera kam ja erst auf den Markt, als bereits der Nachfolger der Software angeboten wurde.)

      Gerade deshalb sollte man es Adobe hoch anrechnen, dass sie mit dem DNG Format eine Alternative entwickelt haben. Damit kann auch alte Software die RAWs neuer Kameras einlesen und verarbeiten. Die für die Konvertierung der Hersteller-RAWs zum DNG nötige Software, den DNG-Konverter, kann man bei Adobe sogar kostenlos erhalten.

      Mit etwas gutem Willen kann man mit der Adobe-Software auch die RAWs einer aktuellen Kamera nach DNG umwandeln und dann mit der alten Software nutzen. Ohne etwas dafür bezahlen zu müssen.

      Tom!

      Antworten
      1. Stativfreund

        Ich stelle mir gerade folgendes Szenario vor: zum Winter sollten an meinem Auto neue Winterreifen aufgezogen werden, das Nach-Nachfolgemodel der bisherigen ist da. Gleiche Spezifikationen, behördlich zugelassen, aber ich müsste zur Markenwerkstatt fahren / mich abschleppen lassen, und die sagen mir „nein, mit dem Auto nicht, da musst Du Dir das neue Modell kaufen! Das wäre, neben dem Gang zum Kadi, das letzte Auto dieser Marke!

        Deswegen kommt mir auch kein Adobe mehr ins Haus! Wenn und sobald ich eine neue Kamera kaufe, wird auch das elendigliche LR ersetzt! Empfehlen werde ich diese Software niemandem. Ich hatte sie lediglich gekauft als Neueinstieg in die Digitalfotografie, und weil fast alle damit arbeiteten. Stand heute würde ich vermutlich zu Capture One greifen.

        Antworten

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