Die Photokina kommt, das Werbeblabla nimmt zu

Der Fotoglobus ist mittlerweile quasi das zentrale Symbol der Photokina.

Der Fotoglobus ist mittlerweile quasi das zentrale Symbol der Photokina.

Ich freue mich auf die Photokina, aber etwas weniger Werbegeschwurbel im Vorfeld würde mir besser gefallen.
Aus dem aktuellen Blabla der Photokina, das per Email eintraf:

Ging es bei der Weiterentwicklung der Fotografie bisher meist um die Perfektionierung der Bildergebnisse und der Vereinfachung des Aufnahmeprozesses, so geht es inzwischen darum, zu filmen und zu fotografieren, was bisher als unmöglich schien. Die hohe Kunst, den „Decisive Moment“ zu erhaschen, wie es noch der große Magier der Kamera Henri Cartier-Bresson propagierte, ist mit einer modernen Foto/Filmkamera für jedermann möglich.

Gemeint ist damit anscheinend, dass man durch die noch relativ neue 4K Technik quasi in (geringer aber ausreichender) Fotoqualität filmen kann und so Cartier-Bresson’s „entscheidenden Moment“ schon in einem der Filmbilder erwischen wird. Aber liebe Weltmesse der Fotografie, es reicht nicht, eine Kamera mit hoher Bildfrequenz irgendwohin zu halten, um ein gutes Foto zu machen. Den „Decisive Moment“ verpasst man so ziemlich sicher. Mal ganz von der Arbeit abgesehen, ihn hinterher aus den Ummengen Filmbildern wieder herauszukramen.

Magisch?

Und Cartier-Bresson als Magier der Kamera? Ich würde ihn als einen hervorragenden Menschenkenner und Beobachter bezeichnen. Aber ganz bestimmt nicht als Magier der Kamera, die war für ihn doch eher nur Mittel zum Zweck und wurde (aus heutiger Sicht) recht konventionell eingesetzt.
Deshalb werden Kameras mit mehr Möglichkeiten aus einem schlechten Beobachter und Gestalter eben auch keinen Cartier-Bresson machen.

Direkt im Anschluss an das Zitat oben folgt noch:

Mithilfe der Kombination von Film- und Fototechniken kann sogar ein in der Vergangenheit liegender Augenblick, im Foto erfasst werden.

Und dann gibt es jetzt auch noch Zeitreisen mit dem Fotoapparat? ;-)
Aus Filmausschnitten Fotos zu machen geht natürlich, aber trotzdem beschäftigen die Filmstudios Standbildfotografen. Denn das Bewegtbild folgt halt zumindest teilweise ganz anderen gestalterischen Regeln als das einzelne Foto.

Lustig war auch die Nummer neulich in einem der Werbefilmchen zur Photokina, wo ein von der Fotografie anscheinend eher unbeleckter Mensch jungdynamisch darauf hinweisen durfte, dass Systemkameras eher fürs Filmen als fürs Fotografieren geeignet sind.
Wissen „die“ überhaupt, wer in ihrer Photokina was für Produkte ausstellt? Und wissen die Aussteller, was für Ammenmärchen über Ihre Produkte verbreitet werden?

Wie gesagt: Ich freue mich auf die Photokina…

…aber etwas weniger Werbegeschwurbel im Vorfeld würde mir besser gefallen.


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