Hurra, Sommerzeit!

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Sommerzeit 2022. Und die Kamera?

Es ist mal wieder so weit, die Anzeigen der Uhren wurden auf die „Sommerzeit“ vorgestellt.
(Eigentlich für mich ein Grund zur Freude, doch mein Jubel ist nur sehr verhalten. Die alten Probleme der Welt sind immer noch da und ein neues ist dazugekommen, dass alles überdeckt. Doch zumindest das Wetter der letzten Tage passt zur Sommerzeit.)

Wenn ich jetzt eh die alten Uhren anpasse, nehme ich mir auch die Zeiteinstellung meiner Kameras vor.
Der Grund ist einfach: ich möchte später in den EXIF-Daten meiner Fotos diejenige Zeit gespeichert haben, die für die auf meinen Fotos abgebildeten Menschen aktuell und gültig war.
Ich nenne diese Zeit die „soziale Uhrzeit“.

Falls die Personen auf meinen Bildern also „Sommerzeit“ haben, dann soll das auch so in den Angaben in der Bilddatei, den Exif-Daten, berücksichtigt werden.
Und wenn nicht, dann ebenfalls.
Also stelle ich die Anzeige in der Kamera im Frühjahr eine Stunde vor und im Herbst wieder zurück.
Das macht keinen Spaß und ist je nach Menge der umzustellenden Kameras (manche könne das ja auch automatisch) manchmal durchaus nervig, aber mir erleichtert das die spätere Zuordnung der Uhrzeit in meinen Bildern. Und es gibt weitere Gründe.

GPS und Präsentation

Die „richtige Zeit ist sehr hilfreich, wenn ich zum Beispiel einen GPS-Track eines Städtetrips aufgezeichnet habe und die entstandenen Fotos später in LIghtroom mit dem Aufnahmestandort verknüpfen will. (Wie das geht und wie man im Fall eines Problems eingreifen kann, findest Du hier erklärt: GPS-Tracks in Lightroom )

Oder wenn die Fotos, die von vielen Fotografen vom gleichen Event (Familienfeier etc.) gemacht wurden, im Rahmen einer „Dia“-Show präsentiert werden sollen.
Dann wird eine korrekte Uhrzeit in der Kamera wichtig, um die Aufnahmen in der richtigen Reihenfolge zu zeigen.
Es ist halt blöd, wenn wegen falsch (unterschiedlich) eingestellter Uhrzeit auf den ersten Bildern der Diashow der Brautvater zum Ende der Feier leicht angesäuselt auf dem Sofa liegt, aber erst ein paar Fotos danach gezeigt wird, wie Stunden vorher die Ringe gewechselt wurden.

Aus dem Grund versuche ich, die Uhrzeit in der Kamera entsprechend an die bei dem Anlass gültige Uhrzeit anzupassen.
Muss ich in der Regel zweimal im Jahr machen. Und falls ich dann die Zeitzone mal wechseln sollte, muss ich da halt auch dran denken.

Dogmatismus

Mir ist der gelegentlich aufploppende Dogmatismus in der Fotografie wirklich unverständlich. Zum einen gibt es in der Fotografie Fakten, in der Regel physikalische Zusammenhänge, die braucht man nicht zu diskutieren. (Man kann das Konzept der Schwerkraft als einschränkend ablehnen, fällt dann aber trotzdem auf die Nase. ;-) )

Und zum anderen gibt es einen großen Bereich des „sowohl als auch“, in dem viel von persönlichen Vorlieben abhängig ist. Und dazu gehört auch der Umgang mit Kamerauhrzeit.
Deshalb noch einmal deutlich gesagt: Was ich hier beschrieben habe, ist meine persönliche Vorgehensweise. Und ich habe meine Beweggründe dafür angegeben. Wenn Deine Gründe andere sind, dann: Mach doch was Du willst!  ;-)

Persönliches 1

Noch etwas persönliches und gänzlich unfotografisches zum Thema Zeitumstellung
Ich fände es (ganz egoistisch) großartig, wenn die Zeitumstellung nicht gekippt würde. Und erst recht nicht wegen der vorliegenden Meinungsäußerung nur eines Prozents (1%) der wahlberechtigten Europäer.

Diese Umfrage hatte außerdem ja auch ein gewichtiges Manko, es wurde nur Pro oder Contra „Zeitumstellung“ gefragt.
Es wäre doch deutlich sinnvoller gewesen, die Teilnehmenden dann auch gleich zu befragen, welche der beiden möglichen Alternativen ihnen lieber wäre. Eine Ende des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit verlangt ja die sofortige Entscheidung des „Wie weiter?“, hängt als direkt damit zusammen.

Es wäre also sehr sinnvoll gewesen, sich auch direkt für eine der drei(!) möglichen Lösungen zu entscheiden, dauerhafte Normalzeit (also Winterzeit) oder dauerhafte Sommerzeit oder doch lieber regelmäßige Anpassung.
Nach der (natürlich gänzlich unrepräsentativen) Stimmungslage im Kreis meiner Freunde und Verwandten hätten weder Sommer- noch Winterzeit eine wahrnehmbare Mehrheit, die 50% lägen in jedem Fall in weiter Ferne.
Ist ja auch klar. Es ist doch uncool, wenn es im Sommer schon eine Stunde früher als jetzt dunkel wird. Und genau so doof ist es, wenn es im Winter noch eine Stunde länger dauert, bis es draußen hell wird.
Da könnte man ja glatt auf die Idee kommen, einen Kompromiss zu suchen. ;-)

Und ich habe da auch durchaus noch Hoffnung.

Mir gefällt der Vorschlag der EU-Kommisson, bei dauerhafter Sommerzeit im Winterhalbjahr mit der Schule eine Stunde später anzufangen.
Einige Verbände halten das zwar für unpraktikabel, weil die Arbeitszeit der Eltern dann früher beginnen würde als die Schule der Kinder.
Aber dann kann man dann doch auch was dran drehen.
Einfach Ende Oktober auch die Arbeitszeit generell für alle um eine Stunde nach hinten schieben.
Und Ende März dann wieder nach vorne.

Perfekt!

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geschrieben/aktualisiert: / 19. Aug 2022

4 thoughts on “Hurra, Sommerzeit!

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