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Tannenbaum und Weihnachtsdeko fotografieren

Illustration zu "Kamera & Christbaumkugel"

Weihnachten beim Fotografen ;-)

Die Dekorationen und die vielen Lichter zur Weihnachtszeit schreien ja regelrecht nach einem Foto — es sieht ja oft wirklich malerisch aus.

Und mit ein bisschen Zeit und Übung steht schönen Bildern, auch aus der eigenen Wohnung, nichts im Weg.
Du solltest aber ein paar Punkt beachten, die ich hier im Folgenden kurz und knapp auflisten  möchte.

Gestaltung

  • Achte auf den Bildausschnitt. Natürlich passt so ein Tannenbaum prima in ein Hochformatbild.
    Aber ein Querformat kann auch sehr sinnvoll sein, besonders dann, wenn die Bilder (vielleicht als Diashow) am Fernseher wiedergeben werden sollen. Da ist so ein Hochformat ja in der Regel nur ein schmales Handtuch.
    Und man bekommt so evtl. auch etwas mehr weihnachtliche Deko ins Bild.
  • Gerade auch dann, wenn Du nicht nur den Baum sondern mehr von der Umgebung im Bild haben willst, solltest Du auch auf den Hintergrund achten. Wenn dort störende Details sichtbar werden, kann das die ganze Stimmung des Fotos zerstören.
    Das gilt auch für den äußeren Bildrand, auch ihn solltest Du Dir kritisch ansehen.
    Laß Dir dazu ruhig etwas Zeit.
    Falls dann wirklich etwas stört, kannst Du versuchen, den Ausschnitt anzupassen oder es auch einfach wegräumen. Oder etwas davor stellen. ;-)
  • Fotografiere nicht nur Übersichten, sondern mache auch Detailbilder. Durch die stärkere Vergrößerung des Motivs hast Du weniger Schärfentiefe, das hilft Dir, falls Du einen weihnachtlich romantischen „Look“ haben möchtest.
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  • Damit die Bilder einen in der Regel zu Weihnachten besser passenden romantischen Look bekommen, kannst Du mit kleinen Blendenzahlen, also großer Blendenöffnung, fotografieren. Dadurch wird die Schärfentiefe kleiner und Lichtquellen im Hintergrund verschwimmen in malerischer Unschärfe.   
    (Schärfentiefe, was ist das? Lies es hier in meinem kostenlosen „Fotolehrgang im Internet“ )
  • Wenn die Blende sich  für eine ausreichend starke Hintergrundunschärfe nicht weit genug öffnen lässt, kannst auch mal testweise das Foto mit einer „angehauchten“ Frontlinse am Objektiv machen — ja: einfach mal anhauchen.
  • Du solltest wegen der Lichter am Baum und der Kerzen besser im dunklen Raum fotografieren, damit sie auf den Fotos gut zu sehen sind. Dabei kann es leider passieren, dass die Automatik das Bild zu hell machen möchte und so die ganze Stimmung verloren geht.
    In dem Fall kannst Du mit der Belichtungskorrektur gegensteuern. (Ausführliche Infos dazu findest Du hier in einem anderen Artikel: „Hilfe, die Fotos werden zu hell„)

Fototechnik

  • Wenn Du wegen der Wirkung der Lichter im dunklen Raum fotografierst, kann es vorkommen, daß die Belichtungszeiten so lang werden, daß Du das Bild verwackelst.
    Das merkt man aber leider oft erst später, wenn man das Bild am Rechner anschaut.
    Auf dem kleinen Kameradisplay scheint noch alles gut zu sein, aber im großen Bild zeigt sich der Fehler. Deshalb solltest Du zur Überprüfung an der Kamera mal in die Bildansicht zoomen.

Illustration zu "An Weihnachten fotografieren"

An Weihnachten fotografieren, da kann ein Stativ sehr sinnvoll sein, Aber Vorsicht, wenn Zugluft ist, kleine Details können dann durch ihre eigene Bewegung unscharf werden.

  • Wenn es verwackelt wird, dann schalte — wenn vorhanden und noch nicht geschehen — den Stabilizer ein.
    Falls dieser nicht vorhanden ist oder nicht ausreicht, verwende ein Stativ. An den meisten Kameras solltest Du dann den Stabilizer besser ausschalten.
    Wenn Du eine unbewegte Szene fotografierst, kannst Du mit dem Stativ die Kamera beruhigen. Das geht auch recht gut mit einem improvisierten Stativ, z.B. aus einem Stapel von Büchern auf dem Tisch.

    Damit Du beim Auslösen das ganze nicht doch noch in unerwünschte Schwingungen versetzt, nutze einen Fernauslöser. Früher war das mal ein Drahtauslöser, bei aktuellen Kameras geht das oft per WLAN oder Bluetooth vom Smartphone aus.
    Zur Not nimm den Selbstauslöser der Kamera.

  • Keine Lust auf Stativ? Dann versuche doch mal die Blende weiter zu öffnen. Dadurch werden nicht nur die Belichtungszeiten kürzer, sondern durch die geringere Schärfentiefe werden (bunte) Lichter im Hintergrund zu schönen unscharfen Lichtblasen. (Stichwort: Bokeh)
  • Wenn Du damit noch keine Erfahrung hast, solltest Du das Blitzlicht besser meiden. Schalte den eingebauten Blitz dazu auf jeden Fall aus.
    Die ungesteuerte Ausleuchtung zeigt sonst oft auch Dinge, die vielleicht besser im Dunklen bleiben würden. Und das „kalte“ Licht und die harten Schatten des kleinen Blitzkopfes sind auch nicht stimmungsfördernd. 
Illustration zu: "Blitzlicht besser meiden"

Das Blitzlicht solltest Du besser meiden.

Illustration zu "Besser ohne Blitz"

Besser ohne Blitz, hier mit kleinem Halogenlicht und einer  bunten Lichterkette. Diese wurde nur für das Foto vom Helfer hinter den Baum gehalten. Plus „Blende auf“ für stärkere Hintergrundunschärfe.

  • Als Alternative, wenn Du die Blende nicht öffnen kannst oder willst, nimm einen höheren ISO-Wert. Viele Kameras sind auf unsinnig niedrige Werte bei der ISO-Automatik eingestellt.
    Natürlich rauscht es bei immer höheren Werten immer stärker.
    Aber bei Aufnahmen aus der Hand gilt trotzdem meist die Regel: „Lieber verrauscht als verwackelt!„. 
    Und mit etwas Nachdenken und Einsatz kann man gegen das Rauschen sogar recht gut etwas machen. Ich habe dazu einen eigenen Artikel mit einer Videoanleitung geschrieben: „Die Tage werden kürzer, die ISO Werte steigen
  • Wenn Du mit RAW fotografierst, kannst Du den Weißabgleich ja auch später noch bei der Ausarbeitung ohne Verluste an Deine Vorstellung anpassen.
    Falls Du aber „nur“ auf JPEG fotografierst, erledigt diese Anpassung ja sofort der seelenlose Prozessor des Kameracomputers. Da kannst Du dann hinterher nicht mehr so viel anpassen.  
    In dem Fall solltest Du den Weißabgleich schon bei der Aufnahme kontrollieren. In der Automatik werden die Bilder schnell etwas zu kühl gefärbt, das passt nicht so gut zu einer weihnachtlichen Stimmung.
    Manche Kameras  bieten dann zum Glück die Möglichkeit gegenzusteuern, indem man eine wärmere Weißabgleichsautomatik auwählt.
    Bei anderen wirst Du Dich zur Korrektur durchs Menu hangeln müssen.

zum Fotokurs

Fotokurse mit Tom! Striewisch

Zuviel Technik?

Das waren jetzt zum Schluß auch einige durchaus eher technische Tipps.
Wenn Du mit Blende, Weißabgleich und Co. nichts anfangen kannst, dann lass Dich davon bloß nicht verunsichern: das wichtigste ist und bleibt die Bildgestaltung.
Ein technisch perfektes aber langweiliges Bild bleibt einfach nur ein langweiliges Bild!

Deshalb noch einmal zu Erinnerung: 
Beachte den Hintergrund und die Bildränder und lass die Lampen und Kerzen im dunklen strahlen.

Und wenn Du die Technik lernen willst, dann komm doch in einen meiner Fotokurse speziell für Anfänger. Die kann man sich übrigens auch zu Weihnachten schenken lassen. ;-)  

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geschrieben/aktualisiert: / 03. Jan 2020

2 thoughts on “Tannenbaum und Weihnachtsdeko fotografieren

    1. Tom! Beitragsautor

      Es freut mich, das es passend war. Auch Dir (und allen anderen Lesern) ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch nach 2020.

      Antworten

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