Fotoausstellung: Finding the unexpected – Sam Shaw

Illustration Fotoausstellung Sam Shaw in Oberhausen

Blick in die Fotoausstellung Sam Shaw in Oberhausen

In der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen gibt es zur Zeit Fotografien aus sechs Jahrzehnten zu sehen.
Es sind Aufnahmen von Sam Shaw, einem wichtigen amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. (Der mir bisher dem Namen nach unverständlicherweise völlig unbekannt war – eine echte Wissenslücke.)
Über drei Etagen werden über 200 Schwarz-Weiß-Bilder aus unterschiedlichen Schaffensperioden und Themenbereichen gezeigt.
Den meisten, die (so wie ich) mit dem Namen des Fotografen nichts anfangen können, dürfte trotzdem zumindest eines seiner Bilder bestens bekannt sein: Marilyn Monroe im vom Luftzug der New Yorker U-Bahn hochgewirbelten Plisseerock.

Diese berühmte Fotografie, die Shaw während einer Filmszene aus „ Das verflixte 7. Jahr“ gemacht hat, ist eines seiner wenigen bewusst geplanten Fotos (siehe Zitat am Ende des Beitrags) und geht auf ein anderes, etwa 10 Jahre älteres Bild von Shaw, zurück.

Reportage

Shaw begann seine Karriere als Fotograf des amerikanischen Alltags der 40iger Jahre des letzten Jahrhunderts. In bester Life-Tradition folgte er dazu einem mehr oder weniger kurzen Abschnitt im  Leben seiner Protagonisten, ob es nun ein Soldat auf Heimaturlaub oder eine schwarze Farmpächterin war.
Er dokumentierte aber auch den Alltag einer Stadt, die aus Gründen der Kriegsproduktion voller Frauen war  („Girls Town“) oder einen rassistischen Wahlkampf im Süden der USA.

Hier einige der älteren Bilder aus der Zeit, als Sam Shaw in erster Linie als Bildjournalist tätig war.

Die Bilder durfte ich leider nur bis zum Ende  der Ausstellung veröffentlichen, deshalb habe ich sie jetzt entfernt.

Kino

Seine Liebe zum Kino beeinflusste nicht nur seine fotografische Gestaltung, sondern führte ihn auch zu seinem Hauptsujet, der Fotografie rund um Kino und Film. Er portraitierte u.a. Sophia Loren, Elizabeth Taylor, Alfred Hitchcock, John Wayne, Woody Allen, und Marilyn Monroe, mit der ihn eine langjährige Freundschaft verband.
Gerade diese Bilder zeigen seine Fähigkeit, nicht nur den Star, sondern auch den Menschen zu zeigen. Schön zu sehen, wie beide, Monroe und Shaw, bei einigen Aufnahmen mit dem im Alltag nicht immer sofort erkennbaren Ruhm des Filmstars spielen.
Zu diesem Thema gibt es in der Ausstellung auch verschiedene Bücher zu sehen (und zu blättern)

Mit dem Regisseur John Cassavettes und seiner Frau, der Schauspielerin Gena Rowlands war er eng befreundet, die beiden Familien verbrachten anscheinend viel Zeit miteinander. So war es klar, dass das Kino ihn massiv beeinflusste. Neben der Fotografie war er dehalb auch als Filmproduzent tätig, bei der James Bond Persiflage „Casion Royale“ mit Woody Allen.
 Und er machte in den 80iger Jahren Musikvideos, u.a. mit Blondie.
Aber immer war die Fotografie ein wichtiger Teil seiner Kreativität, die ihn auch in Kontakt mit vielen Malern und anderen Künstlern brachte.

Es gibt einige Bücher mit Bildern von Sam Shaw(*) im Handel, überwiegend zu seinen Bildern rund um Film und Kino. Unter anderem zu seiner Arbeit mit Marilyn Monroe sind einige Bildbände(*) erschienen.

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Lohnt sich der Besuch der Fotoausstellung?

Ich war innerhalb der ersten Woche der Fotoausstellung bereits zweimal zu Besuch vor Ort. Einmal alleine und einmal mit den Teilnehmern meines Fotokurses „Grundlagen der Bildgestaltung“.
Speziell dieser zweite Besuch war für mich sehr spannend, weil das breite Themenspektrum Shaws für unterschiedliche Menschen ganz unterschiedliche Highlights bereit hält.
Also: nimm am besten noch jemanden mit, dann hast Du noch mehr von der Ausstellung.
Auf jeden Fall aber gilt für die Ausstellung: Besuchsempfehlung!

Zum Ausstellungstitel ein Zitat von Sam Shaw:


„Das Unerwartete zu finden, an der nächsten Ecke, zu sehen, was passiert, ist für mich ein visuelles Abenteuer. Ich habe nur selten eine fotografische Komposition arrangiert – die einzige Ausnahme war das Foto von Marilyn Monroe in der Serie mit dem hochfliegenden Rock.”

Öffnungszeiten, Anfahrt, etc

Ludwiggalerie Schloß Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen

Website der Ausstellung

21. Mai bis 17. September 2017

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr,
Montags geschlossen (Pfingstmontag geöffnet)

Eintritt:
8,00 €, ermäßigt 4,00 €
Familien (zwei Erwachsene + Kinder) 12,00 €

öffentliche Führungen:
jeden Sonn- und Feiertag um 11:30 Uhr

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Und wenn Du meinst, ich hätte das nicht verdient, dann lässt Du es eben. ;-)

/ 27. Sep 2017

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