Ausstellungseröffnung „Die 80er im Ruhrgebiet“

Ausstellungseröffnung drinnen und draußen

Ausstellungseröffnung – drinnen und draußen

Ein Heimspiel! (Und das gleich im doppelten Sinn.)
Knapp 10 Minuten Fußweg von zuhause einmal quer durch den Stadtteil und ich bin (mit meiner charmanten Begleitung) in der Galerie „Clowns & Pferde“ in Essen-Frohnhausen.
Essen Frohnhausen?
Das ist eigentlich nicht der Ort, an dem man auf den ersten Blick große Kunst erwarten würde.
Aber das täuscht. Neben diversen Ateliers und Proberäumen gibt es hier auch eine zwar kleine, aber sehr rege Galerie namens „Clowns und Pferde“.
Die Galeristin Bianca Wickinghoff zeigt dort wechselnde Ausstellungen aus vielen Bereichen der zeitgenössischen Kunst und so natürlich auch aus dem Spektrum der Fotografie.
Vorgestern, am Freitagabend, wurde dort die Fotoausstellung „Die 80er im Ruhrgebiet“ eröffnet.  Die Fotos von Reinhard Krause sind mittlerweile auch in den großen online-Medien von Spiegel online („Krauses Bilder zeigen die Tristesse und die Komik einer vom Wirtschaftsleben gezeichneten Region“) bis Stern angekommen und natürlich zeigt der Fotograf die Bilder auch auf seiner Website.

Déjà-vu

Wer jetzt meint, ein kleines Déjà-vu zu haben: Ja, eine Ausstellung mit Bildern aus der gleichen Bildreihe wurde auch schon im Juli in der Galerie Pingpong in der Trinkhalle in Bochum gezeigt. Ich habe damals dazu einen kleinen Bericht geschrieben, weil ich auch von der erfrischend anderen Art der Ausstellungseröffnung angetan war.

Bushaltestelle © Reinhard Krause

Bushaltestelle © Reinhard Krause Die Motive sollten also zumindest in Teilen bekannt sein, deshalb hier nur eins meiner Lieblingsbilder als Appetithappen. Mehr unter den Links und natürlich in der Ausstellung.

Auch diesmal war die Ausstellungseröffnung etwas ganz spezielles. Als wir an der Galerie ankamen war es noch recht früh und der Besucherandrang überschaubar. Aber das änderte sich rapide, je näher der Termin der offiziellen Eröffnung kam. Die beiden Ausstellungsräume der kleinen Galerie waren schnell voll und viele Besucher blieben auf den Bürgersteigen und sahen von draußen durch die großen Schaufenster zu.
Die Eröffnungsrede hielt Peter Liedtke vom Pixelprojekt Ruhrgebiet. Er nahm uns dabei mit auf eine kleine gedankliche Zeitreise in die 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts, als diese Fotos entstanden.

Ausstellungseröffnung - drinnen und draußen 2

Ausstellungseröffnung – voll war es drinnen und draußen

Der Ort

Die Situation hatte etwas sehr vertrautes, fast schon familiäres. Und das passt auch zu der besonderen Situation der Bilder an speziell diesem Ort, denn hier in Frohnhausen hat das ganze noch eine andere Qualität.
In diesem Stadtteil sind die Bilder quasi zu Hause, wie Reinhard Krause bei der Eröffnung selber sagte. Er hat hier selber viele Jahre gewohnt, und so liegt es auf der Hand, dass etliche der ausgestellten Straßenszenen damals in der direkten Umgebung der Galerie (die es zu der Zeit natürlich noch nicht gab, dort war, wenn ich mich recht entsinne, ein Gemüseladen) aufgenommen wurden.

Umfeld

Das ist also ein gute Gelegenheit, nach dem Besuch der Ausstellung noch ein kleine eigene Exkursion in die Jetztzeit, also quasi die 10er Jahre zu machen. Die auf dem Foto oben als Hintergrund für die Regenschirmdemo abgebildete Bushaltestelle (Wickenburg) ist 10 Fußminuten entfernt und auf dem Weg dahin kommt man am Entstehungsort der Polterabendbilder vorbei. Der „Stone-Washed-Karottenjeans-Charme“ der 80iger ist zwar auch in Frohnhausen vorbei, aber man kann an einigen Ecken die Zeit noch durchschimmern sehen. Da ich unter meinen Lesern viele Fotografierende habe: Macht Fotos!
Und in 30 Jahren freuen wir uns vielleicht über diese in 2016 entstandene Dokumentation.

Die Ausstellung

Zurück zur Ausstellung. Sie unterscheidet sich sehr deutlich von der in der Galerie Pingpong. Da es einen neuen Kurator (Matthias Tränkle) gab, ist die Auswahl und Zusammenstellung der Bilder deutlich unterschiedlich. Aber natürlich sind auch die bekannten Motive vom kleinen Indianer bis zu den Kneipenszenen oder dem karnevalistischen „Ringelpiez mit Anfassen“ zu sehen.
Auch die Präsentation ist ganz anders, die in Bochum die Fotografien verbindende Themenklammer ist viel schwächer zu spüren. Alle Aufnahmen sind jetzt einzeln gerahmt und sie wirken so, als Einzelbilder, zum Teil ganz anders.
Gerade auch dann, wenn man die erste Ausstellung bereits gesehen hat, ist das ein weiterer Grund, sich auch bei „Clowns & Pferde“ in Ruhe umzusehen.
Und für alle, die die Ausstellung in der Galerie „Pingpong“ verpasst haben, ist das eine weitere Chance, sich diese Fotografien anzusehen und auf ein kleine Heimat-Zeit-Reise zu gehen
Definitiv: Besuchsempfehlung!

Wo?

Galerie Clowns & Pferde
Frankfurter Str. 33 / Ecke Kölner Str.
451445 Essen / Frohnhausen

Telefon +49 176 666 39 757
info [at] clownsundpferde [dot] de
www.clownsundpferde.de

Wann?

Donnerstags 18:00 – 20:00 Uhr
Samstags 11:00 – 13:00 Uhr
und nach Vereinbarung
(Die Ausstellung läuft bis zum 04.11.2016)

Meine anderen Berichte über Fotoaustellungen

 

/ 08. Jun 2017

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